Volkswagen Autonomes Fahren in Hamburg

Volkswagen gibt Ausblick auf Zukunft des Autonomen Fahrens
Volkswagen fährt erfolgreich vollautomatisiert mitten in Hamburg
- Von Volkswagen entwickelte Software berechnet Geschehen auf der Straße zehn Sekunden im Voraus
- Alexander Hitzinger: „Testergebnisse fließen in Entwicklungsarbeit der neu gegründeten Volkswagen Autonomy GmbH ein.“
- Ziel ist Kommerzialisierung eines eigenen selbstfahrenden Systems ab Mitte der kommenden Dekade

Antwort: Ja! Aber logisch ist, dass der autonome e-Golf sehr defensiv unterwegs war. Aber dazu gleich mehr.
„Die Testergebnisse des Teams von Group Innovation des Volkswagen Konzerns fließen in die Entwicklungsarbeit der neu gegründeten Volkswagen Autonomy GmbH ein. Wir arbeiten an einem marktreifen selbstfahrenden Sytem, das wir bereits ab Mitte der kommenden Dekade kommerzialisieren wollen“, sagte Alexander Hitzinger, Senior Vice President für Autonomes Fahren des Volkswagen Konzerns und Markenvorstand für Technische Entwicklung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN).Alexander Hitzinger

So können autonom fahrende Fahrzeuge auf etwaige Gefahren schon reagieren, bevor sie überhaupt entstehen. Wichtig ist dabei vor allem die schnelle und zeitgleiche Verarbeitung von extrem großen Datensätzen. In dem Projekt wurde mit unterschiedlichen Ansätzen für künstliche Intelligenz wie Deep Learning, neuronalen Netzwerken und Mustererkennungsverfahren gearbeitet. Das Verkehrsgeschehen wird anhand der Daten mehrere Male pro Sekunde neu evaluiert. Die dafür nötige Software wurde vom Team der Group Innovation des Volkswagen Konzerns selbst geschrieben.

Dieses Team ist die Keimzelle
Als Kompetenzzentrum für Autonomes Fahren ab Level 4 soll die VWAT ein eigenes selbstfahrendes System zur Marktreife bringen.
„Die Entwicklung von Level 4 Autonomen Fahren ist ein äußerst komplexes Unterfangen, bei dem man sehr stark von der Verfügbarkeit von Daten abhängig ist‘“, so Hitzinger. „Die Teststrecke in Hamburg hat uns erlaubt, reale Szenarien zu erproben und das System daraufhin zu optimieren. Die VWAT wird diese Daten zur Validierung und Verifizierung des Gesamtsystems verwenden. Als Nächstes wollen wir die Anzahl an Szenarien drastisch erhöhen. Dafür müssen wir vor allem Simulationen nutzen.“

Volkswagen nutzt die Teststrecke seit März 2019 mit fünf umgerüsteten e-Golf Modellen. In den jeweils circa eine Woche dauernden Testphasen, die alle zwei bis drei Wochen durchgeführt werden, wird die drei Kilometer lange Teilstrecke mehrmals täglich befahren. Verschiedene Sensoren auf dem Dach, in den Kotflügeln, im Front- und Heckbereich analysieren die Umgebung mit jeweils elf Lasern, sieben Radaren, 14 Kameras und mittels Ultraschall. In jedem Kofferraum steckt die Rechenleistung von 15 Laptops, die bis zu fünf Gigabyte Daten pro Minute austauschen.

Im Auto

Von der Start-Lokation zur Hauptstraße übernimmt der Instruktor erst einmal das Steuer. Also so einfach Ziel eingeben und sich entspannt zurücklegen, ist erst einmal nicht möglich. Dann auf der geplanten Teststrecke fährt der e-Golf wirklich autonom. Der Instruktor hat seine Hände zwar immer „griffbereit“ und wenn ich es richtig beobachtet habe, auch einmal bremsend eingegriffen. Ansonsten sind wir aber flott mit den zulässigen 50 km/h in der Stadt unterwegs.
Rechts plötzlich mindestens zehn Polizeifahrzeuge und vermutlich eine Hundertschaft Polizisten an der Teststraße im Einsatz. Hier wäre ich persönlich eher 30 km/h gefahren, weil das ja keine „normale“ Situation in der Stadt ist. Der e-Golf fährt unbeirrt seine 50 km/h. Woher soll er wissen, dass es jetzt sinnvoll ist, langsamer zu fahren. Vermutlich muss er lernen, Polizeifahrzeuge zu erkennen.
Dann plötzlich ein großes Fahrzeug mit einer gelber Rundumleuchte. Hier ist der e-Golf überfordert. Da man das Fahrzeug nur passieren kann, wenn man auf die Gegenspur fährt. Gutes Beispiel, um Grenzen aufzuzeigen. Der Instruktor hat die richtige Antwort. Falls das Auto tatsächlich autonom nur mit Passagieren unterwegs wäre, würde jetzt ein Instruktor irgendwo in einem Callcenter einen Notruf erhalten und das Fahrzeug von dort an dem Hindernis vorbeiführen.
Fazit

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Ausblick
Gespannt sind wir auf den nächste VW Passat GTE als Plug-In-Hybrid. Ende Januar 2020 wollen wir den leistungsgesteigerten e-up! (Reichweite 260 km) ausführlich vorstellen.
Obwohl die Produktion des ID.3 bereits angelaufen ist, werden wir mindestens noch ein halbes Jahr auf das Fahrzeug warten. Vorher hoffentlich weitere Lade-Erfahrungen mit dem Audi e-tron und dem Porsche Taycan sammeln.
1) e-Golf: Stromverbrauch, kWh/100 km: kombiniert 14,1 mit 17 Zoll-Rädern – 13,2 16 Zoll; CO₂-Emission kombiniert, g/km: 0; Effizienzklasse: A+
Linktipps
- VW und autonomes Fahren
- (1) Vision URBANETIC (2-Teiler, 2018)
- (1) Mercedes-Benz Future Truck 2025 (2014, 3-Teiler)
- Fahrbericht VW e-Golf
- Fahrbericht VW e-up!
- Vision – Autonomes Fahren (2015)
Fotos © 2019 Redaktionsbüro Kebschull, Grafiken © Volkswagen Presse

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