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48. ADAC Rallye Stemweder Berg (4)

Veröffentlicht am: 18. Juni 2018Von
 MG 9294 01 150Die Rallye Stemweder Berg bot als 4. Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft (DRM) und zum ADAC Rallye Masters (ARM) wieder spannenden Motorsport. Dieses Mal fand das überregional bedeutsame Motorsportereignis bei trockenen Wetterbedingungen statt.

 

Sieg von Christian Riedemann (#3)

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Sieg von Christian Riedemann (#3)

Mit dem Rallyezentrum in der Stadthalle Lübbecke hatte der veranstaltende ADAC Ostwestfalen-Lippe in Kooperation mit dem AMC Stemweder Berg wieder eine gute Location für die Organisation und Durchführung der Rallye gewählt. Die Gauselmann Rallyemeile bewährte sich ausgesprochen gut und wurde von Zuschauern und Teams gleichermaßen gelobt. Ab Freitagabend konzentrierten sich die 62 für den Start zugelassenen Rallyeteams voll auf 144 Wertungsprüfungskilometer, die – verteilt auf 14 selektive Prüfungen – über Sieg und Niederlage entscheiden sollten.

Sieger und Platzierte in der DRM, im ARM und im ADAC Opel Rallye Cup:

Christian Riedemann/Michael Wenzel (Sulingen/Mehlingen) haben im Skoda Fabia R5 ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Das Duo profitierte dabei vom Ausfall der Meisterschaftsführenden Dominik Dinkel/Christina Fürst (Rossach/Tiefenbach) auf der letzten Wertungsprüfung. Riedemann/Wenzel verwiesen die Verfolger Marijan Griebel/Alexander Rath (Hahnweiler/Trier) im Peugeot 208 T16 R5 mit 43,5 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Komplettiert wurde das Podium von Roman Schwedt/Christoph Gerlich (Heusweiler/Niederwiesa) im Peugeot 207 S2000. Für Riedemann ist die Stemweder Berg neben der Rallye Sulingen sein zweites Heimspiel und nach der langen Verletzungspause feierte er seinen ersten Gesamtsieg. Schon am Freitagabend ließ er mit vier Bestzeiten aufhorchen. Dann entwickelte sich ein Kampf um den Sieg in dem Dinkel zwischenzeitlich die Führung übernahm. Riedemann konterte und mit 4,3 Sekunden startete Dinkel in die letzte WP. Ein Fehler führte dann zu einem Dreher, der im Graben endete. Damit übernahm sein Verfolger Riedemann die Spitze und siegte. „Es ist schade für Dominik aber bei unserem Tempo bestand die Gefahr, einen Fehler zu machen. Wir freuen uns wahnsinnig über unseren Sieg und bedanken uns bei dem kompletten Team und Aqua Power, die uns diese Einsätze ermöglichen“, so Riedemann im Ziel. Die 2WD-Wertung für das schnellste Fahrzeug mit nur einer angetriebenen Achse gewannen Hermann Gassner jr./Ursula Mayrhofer (Surheim/Österreich) im Toyota GT 86 CS-R3.

Im ADAC Rallye Masters bauten Markus Drüge/Lisa Stengl im Suzuki Swift mit dem Sieg in der Division 6 ihre Gesamtführung im aus. Die Schweden Elias Lundberg/David Arhusiander im Opel Adam von AUDEX Motorsport sicherten sich ihren zweiten Sieg im ADAC Opel Rallye Cup. Nachdem Nico Knacker/Enrico Flores-Tigo (Siedenburg/Reichelsheim) und Karl-Martin Volver/Marten Madissoo (beide Estland) aufgrund von Fahrfehlern Zeit verloren, übernahm das schwedische Duo die Führung. Diese verteidigten sie bis ins Ziel vor den beiden belgischen Besatzungen Romain Delhez/Gerome Bollette und Grégoire Munster/Luis Louka. „Mir haben die Prüfungen hier sehr gut gefallen. Ich hatte ein gutes Gefühl für das Auto und bin happy, erneut zu gewinnen“, so Lundberg, der unter der Bewerbung des ADAC Ostwestfalen-Lippe antrat.

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Heimische Teams bei der Stemweder Berg 2018
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Citroen C2R2 Max mit Just / Schönefelder

Nach Getriebeproblemen im Shakedown mussten Martin Ritschel/Christoph Kasper auf ein Seriengetriebe in ihrem Suzuki Swift zurückgreifen. „Damit haben ich keine Chance, aber es geht um Masters-Punkte“, so der Langenberger Ritschel vorm Start. Diese pessimistische Einschätzung bestätigte sich auch durch deutliche Zeitverluste gegenüber den Konkurrenten in der Division 6. Aber nicht alle Teams überstanden die Rallye und so wurde das heimische Team auf Platz 3 nach vorne gespült. „Hätte mir das einer am Donnerstagabend gesagt, dass wir Dritte werden, ich hätte es nicht geglaubt. Ich danke meinen Mechanikern, dass sie uns den Suzuki über Nacht einsatzfähig gemacht haben“, so der aktuell Zweitplatzierte im ADAC Rallye Masters nach der Zieldurchfahrt.

Mit den Statement „Wir sind absolut happy. Ein Jahr nach meinem Rallye-Debüt Zweiter in der Division zu werden ist sehr gut, das wird später noch ausgiebig gefeiert“, fasste Dennis Rostek (Bückeburg) einen reibungslosen Verlauf seiner 2. ADAC Rallye Stemweder Berg trefflich zusammen. Mit Beifahrer Tobias Braun fuhr er im Mitsubishi Lancer gute Zeiten und kämpfte um den Divisionssieg. Schlussendlich musste sich das Team mit knapp 7 Sekunden gegenüber Björn Sartorius geschlagen geben, aber im Masters rückten sie auf den 4. Gesamtrang vor.

Das Ravenol-Rallyeteam Torben Nebel (Detmold)/Gino Kruhs hatte strategisch auf Ankommen gesetzt. Dieses Ziel erreichten sie ohne nennenswerte Probleme mit dem Citroën DS3 R3T. „Ich hatte den einen oder anderen kleinen Fehler drin, aber nichts gravierendes. Ich bin mit dem 3. Platz in der Division 4 sehr zufrieden“, so Nebel im Ziel.

Freudestrahlend erreichte Stefanie Fritzensmeier (Bielefeld) den Zielbogen auf dem Marktplatz in Lübbecke. Ihren Fahrer Konstantin Keil hatte die routinierte Beifahrerin sicher auf den 9. Platz im Gesamtklassement dirigiert. Damit gewannen sie auch ihre Klasse und holten sich nach zwei Nullrunden endlich viele Punkte für die Masters-Wertung.

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The Stötefighter is back
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#05 Toyota GT 86

The Stötefighter is back – so das Fazit eines gelungenen Comebacks. Niklas Stötefalke (Bad Oeynhausen) sicherte sich zusammen mit seinem neuen Beifahrer Jörn Limbach den Sieg in der Division 5. Nach 313 Tagen Pause und unglaublichen Anstrengungen, um diesen Start überhaupt zu realisieren, lieferte Stötefalke im Opel Adam R2 eine überzeugende Leistung ab. Trotz konstant schnellen Zeiten musste sich der Lokalmatador zunächst hinter Tobias Just/Sabrina Türk (Burgpreppach/Neuhengstedt) auf Citroen C2R2 einordnen. Just dominierte das Geschehen und führte die Division mit über 45 Sekunden an, bis ihm ein Fahrfehler auf Wertungsprüfung neun zum Verhängnis wurde. Daraufhin übernahm Stötefalke die Führung und brachte diese vor heimischer Kulisse sicher ins Ziel: „Ich hätte es mir nicht besser ausmalen können. Dieses sechsmonatige Projekt mit einem Sieg in der Division zu beschließen ist fantastisch. Das werden wir heute Abend gebührend feiern.“

Im Ziel wurde auch Frank Nolting (Herford) von Moderator Markus Schramm begrüßt. Zusammen mit Dieter Wulf fuhr er im Opel Astra auf den 2. Platz in seiner Klasse. Gerd Sonntag/Jürgen Nolte aus Gütersloh erreichten im Mitsubishi Lancer in der Klasse 05 den Klassensieg, obwohl sie das eine oder andere Mal vom rechten Weg abkamen. „Wir hatten im Aufschrieb eine Ungenauigkeit und dann ging es ab in die Wiese. Hat Zeit gekostet, aber immerhin am Ende sind wir im Ziel. Ich bin zufrieden, eine tolle Veranstaltung, gute Organisation und es hat uns riesigen Spaß gemacht“, so Gerd Sonntag. Nur um an das Gläschen Sekt unterm Zielbogen zu kommen, nahmen Andreas Brunke (Lemgo)/Hartmut Sohn (Lage) im Oldtimer-Toyota Corolla die Rallye in Angriff. Im letzten Jahr noch bei den Retros angetreten, wollten sich die Beiden mit einem Augenzwinkern im Hauptfeld messen. Am Ende gab es den Sekt und zufriedene Gesichter, denn sie waren nicht die Letzten im Klassement und das Auto hatte alles klaglos mitgemacht – nach dem Motto „Nichts ist unmöglich – Toyota!“.

Nur 41 Teams erreichten das Ziel und zu den Gestrandeten zählte auch Walter Gromöller aus Gütersloh, der zunächst in den Top 10 rangierte. Dann musste er am Samstagmorgen seinen Opel Ascona 400 mit einem kapitalen Schaden abstellen musste. Gromöller: „Uns ist in der WP 7 die Antriebswelle auseinandergeflogen und hat dabei Teile des Getriebes massiv beschädigt.“ Das Suzuki-Team Björn und Torben Lüker schieden auf der WP 11 durch Unfall aus.

Das Geschehen bei der Retro-Rallye

Die ADAC Retro-Rallye Stemweder Berg führte die 27 Teilnehmer am Samstag, dem Hauptfeld folgend, über 5 selektive Wertungsprüfungen. Am besten schnitten beim genauen Einhalten der vorgegeben Sollzeiten Erwin Sassenberg (Rahden)/Hans-Dieter Brinkhoff (Lübbecke) im Opel Kadett C Coupe ab. Bei ihrem Heimspiel wichen die Beiden nur um 0,36 Sekunden von den Sollzeiten ab. Auch sonst war es spannend an der Spitze, denn die ersten vier Teams wichen unterhalb einer Sekunde von den Sollzeiten ab.

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Fotos © 2018 Redaktionsbüro Kebschull

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