Fahrbericht Hyundai ix35 Fuel Cell

Abenteuer Wasserstoff

Hyundai ix35 Fuel Cell – HighTech mit Brennstoffzelle

Ausstattung

Ein ganz "normaler" Hyundai ix35 Fuel Cell? Nein, keine Abgase, CO2, der erzeugt nur Wasserdampf
Der Hyundai ix35 Fuel Cell im Alltag
Der Hyundai ix35 Fuel Cell leistet 136 PS und hat ein maximales Drehmoment von 300 Nm praktisch ab 1 min-1. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 160 km/h angegeben und für den Sprint von 0-100 km braucht der iX35 12,5 Sekunden
Wenn man im Internet recherchiert, wundert man sich, dass kaum jemand die unterschiedlichen Fahrmodi erklärt. Klar ist das der meiste Fahrspaß im „Normal-Modus“ D aufkommt, weil dann – wie im Sport-Modus – auf Gaspedalbewegungen spontan reagiert wird. Zusätzlich zur Brennstoffzelle wird dann auch noch die Elektrobatterie aktiviert. Das kann man gut erkennen, wenn man im Display den Energiefluss anzeigen lässt. Der ist etwas versteckt unter der Anwahl „blueDrive“.
E- oder L-Modus

Kraftfluss, wohin geht die Energie?
Was wir vermisst haben war eine Anzeige für den durchschnittlichen H2-Verbrauch pro 100 km. Für den Tester ein wichtiges Kriterium. Man konnte den Verbrauch nur „interpolieren“, in dem man die Restweite bis zum Tankstopp und die tatsächlich gefahrenen Kilometer seit dem Tankstopp addiert. Meist ergab sich ein Wert von 400 km.

Long-Run
Beim Long-Run kommt das Stichwort „Reichweiten-Angst“ ins Spiel. Fahrer von Elektrofahrzeugen kennen das. Komme ich noch ans Ziel? Muss ich mit nur 50 km/h den nächsten Aufladepunkt ansteuern, hoffentlich kommt jetzt kein Berg. Diese Angst ist bei einem Wasserstoffauto schon begründet. Etwa 24 Wasserstoff-Tankstellen gibt es, wobei es in Hamburg, Berlin und München mehrere gibt. In und um Stuttgart gibt es vier Tankstellen, die aber gem. Hyundai-App am 10.12.2016 alle „off“ sind. Im Osten Deutschlands „gähnende Leere“. Wer also mit einem H2-Auto nach Leipzig fahren will, muss schon gut planen. Frankfurt – Leipzig – Berlin (545 km) klappt schon mal eher nicht. München – Köln klappt, weil Tankstellen in Nürnberg und Frankfurt (2 Stück, aber gem. App leider „off“) vorhanden sind.
Tanken mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell

Sieht aus wie ein Motor, ist aber eine HighTech Brennstoffzelle
Wer tanken will, muss eine CEP-Karte haben, über die (vermutlich) einmal pro Monat abgerechnet wird. Wir konnten leider nur einmal tanken, da nach der feierlichen Eröffnung am 05.12.2016 die Tankstelle – warum auch immer – nicht freigeschaltet werden konnte.
Wir hatten zu dem Zeitpunkt, als wir tanken wollten noch eine Restanzeige von 150 km. Hätte bis Münster (81 km) locker gereicht, bis Düsseldorf (Höherweg = 153 km) leider nicht.
Übrigens waren am Stichtag 10.12.2016. 08:00 Uhr insgesamt 10 Tankstellen „off“.

Kraftstoffverbrauch

Der Hyundai ix35 Fuel Cell kostet 65.450 Euro*
Leider konnten wir mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell nicht unser normal Testprogramm absolvieren, weil wir versucht haben, immer sparsam unterwegs zu sein und wir keine echten Verbrauchzahlen in kg/km bekommen haben. Egal, wir konnten zumindest feststellen, dass wir in der Regel mit etwa 1,0 kg/100 km unterwegs waren, was etwa Kosten von 10 Euro auf 100 Kilometer bedeuten.
Testverbrauch nach 510 km, 1,0 kg/100 km
Garantie

Ein sauberer Weihnachtsgruss
Fazit
Leider war dieser Test extrem kurz, weil es Probleme gab, das Fahrzeug mit Wasserstoff zu betanken. Wir wären gern jeden zweiten Tag nach Münster gefahren, um das Fahrzeug mit dem exotischen Kraftstoff zu versorgen. Wir hatten auch geplant, einmal die Wuppertaler Schwebebahn zu besuchen, denn auch da gibt es eine Wasserstoff-Tankstelle.
Der Hyundai ix35 Fuel Cell macht richtig viel Spaß, weil er jederzeit genügend Drehmoment zur Verfügung stellt. Ansonsten fährt er sich völlig unspektakulär – einfach ganz normal – einfach absolut alltagstauglich. Cool natürlich das Gefühl. Es gibt vielleicht 1.000 Porsche Turbo, 500 Lamborghini Gallardo LP560 Spyder, aber nur etwa 60 Wasserstofffahrzeuge in Deutschland.
Mit dem nächste Testfahrzeug – einen Citroën C4 Gran Picasso sind wir wieder in der normalen Testwelt angekommen. Der braucht „nur“ Normalbenzin oder E10, den man fast an jeder Ecke bekommt. Gespannt sind wir auf den 7-Sitzer – und wie immer auf den Verbrauch. Denn der Grand Picasso ist „Grand“ – ein echtes Dickschiff im positiven Sinn.
* Alle Preise ohne Gewähr, Stand: 12-2016
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Fotos © 2016 Redaktionsbüro Kebschull
