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IMG 9282 Volvo XC40 150Nach den drei Plug-In-Hybriden (XC60, S90, XC40) kommt jetzt der erste „echte“ Elektriker aus dem Hause Volvo. 408 PS. Da war doch was? Natürlich, die Technik ist baugleich wie beim Polestar 2. Da strahlen die Tester-Augen und achten besonders auf eins: wie schlägt er sich beim Long-Run?

 

Cooler Elektriker aus Schweden?

1 IMG 9104 IONITYOder doch aus China? Egal, wir wissen, dass beispielsweise die chinesischen Teslas einen besseren Ruf haben, als die aus den USA. Der Volvo XC40 Recharge wird übrigens im belgischen Gent gefertigt.

Der Recharge ist der eineiige Zwilling des XC40. Zum Verbrenner wird der Unterscheid am E-Kennzeichen deutlich; zum Plug-In durch den Schriftzug Recharge. Ansonsten ist er typisch Volvo: elegant, cool, ein beeindruckender Hingucker.

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Dann mal los

Das Strahlen der Augen geht über in ein breites Grinsen. Der XC40 ist nicht nur leichtfüßig, sondern mit 408 PS und mit 4,9 sec auf 100 km/h ein Gewinnertyp an jeder Ampel. Wir wollen natürlich nicht unbedingt den Sprint an der Ampel gewinnen, nutzen aber das Potential während des Überholens auf der Landstraße.

Daten & Fakten

Motor

Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren

Leistung kW (PS)

300 (408)

Drehmoment (Nm)

660

Getriebe

-

0-100 km/h (sec)

4,9

Leergewicht (kg)

2.100

Vmax (km/h), abgeregelt

180

CO2 in g/km

0

Reichweite WLTP / innerorts (km)

414 / 530

Schadstoffklasse

A+

Verbrauch kombiniert (kWh/100 km)

24,1

Ladekapazität DC (kW)

11

Ladekapazität AC (kW)

40

Batterie brutto / netto (kWh)

78 / 75

0-80 % DC (min)

-

Kofferraumvolumen (l)

414

Grundpreis

62.000 Euro*

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Ausstattung

Der Volvo XC40 Recharge startet bei genau 62.000 Euro.

Serienausstattung

  • City Safety System zur Kollisionsvermeidung, inkl. Fußgänger-, Fahrradfahrer- und Wildtiererkennung, sowie     Kreuzungsbremsassistent;
  • Oncoming Lane Mitigation, inkl. aktivem Lenkeingriff;
  • Connected Safety: Hazard Light und Slippery Road Alert;
  • Run-off Road Protection und Road Edge Detection;
  • Road Sign Information (RSI), Geschwindigkeitsregelanlage, sowie Lane Keeping Aid;
  • Speed Limiter, sowie Driver Alert (Aufmerksamkeitswarner);
  • Fahrer- und Beifahrerairbag (abschaltbar) mit zweistufigem Auslösesystem;
  • Kopf- und Schulterairbags, Knieairbag Fahrerseite und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer;
  • Aktiv-Sicherheitsgurte, inkl. Gurtstraffer;
  • Schleudertrauma-Schutzsystem, inkl. Durchtauchschutz (WHIPS);
  • intelligentes Fahrerinformationssystem (IDIS);
  • Notfall-Bremsleuchten, elektrische Parkbremse, sowie Emergency Stop Assist;
  • elektronische Differenzialsperre;
  • ISOFIX-Aufnahmen für die äußeren Fondsitze und Kindersicherung hinten;
  • Allradantrieb, Bergabfahrhilfe (HDC) und Berganfahrassistent (HSA);
  • Convenient Entry und Start;
  • LED-Scheinwerfer, inkl. Fernlichtassistent, LED-Tagfahrlicht sowie LED-Nebelscheinwerfer;
  • Klimaautomatik, inkl. elektrischer 2-Zonen-Temperaturregelung, CleanZone Luftqualitätssystem; mit Aktivkohlefilter sowie Vorklimatisierung des Fahrzeuginnenraums auf 22°C;
  • Abfalleimer in Mittelkonsole integriert sowie zwei USB-C-Schnittstellen im Mitteltunnel vorn und hinten;
  • manuell einstellbare Beinauflage für Fahrer- und Beifahrersitz;
  • Kontrastdach Black Stone;
  • Reifendruckkontrollsystem (mit reifenindividueller Druckverlustmeldung);
  • erweiterte Ambiente-Beleuchtung;
  • Einparkhilfe hinten;
  • elektrische Heckklappenautomatik;
  • Infotainmentsystem Sensus Connect mit High Performance Sound und 9‘‘-Touchscreen;
  • Innen- und Außenspiegel (elektrisch einstell- und beheizbar) inkl. Abblendautomatik;
  • digitale Instrumentierung der zweiten Generation: 12,3“ großes vollgrafisches Display, DAB+; sowie Ladekontrollanzeige;
  • Recharge Pure Electric Frontgrill und Grilleinfassung;
  • Ladekabel Typ 2/Typ 2 (Mode 3), 4,5 m Länge für Ladestation mit Typ 2-Steckervorrichtung;
  • Nubuk-Textil-/Nappaleder-Sportsitze mit Sitzheizung vorn,
  • Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, Lenkradheizung und Sport-Lederschalthebel;
  • sportliche Front- und Heckschürze und Sport-Außenspiegel in hochglänzendem Schwarz;
  • Regensensor inkl. automatischer Lichtfunktion;
  • Care Key (Farbe Orange) – private Carsharing-Funktion via Volvo on Call App;
  • Google Services, inkl. Google Maps, Google Assistant, sowie Google Playstore;
  • Volvo on Call, inkl. WLAN-Hotspot.

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Extras

IntelliSafe-Paket Pro:

Pilot Assist, IntelliSafe Surround, inkl. Blind Spot Information System (BLIS), inkl. Lenkeingriff bei Nichtbeachtung der Warnsignale,

Cross Traffic Alert (CTA), inkl. Bremsung bei Nichtbeachtung der Warnsignale, Heckaufprallabschwächung sowie Voraktivierung der Gurtstraffer.

1.550 €

Laderaum-Paket Pro:

Faltbarer Laderaumboden, Gepäckraum-Trennnetz sowie elektrisch umlegbare Kopfstützen der 2. Sitzreihe.

300 €

Licht-Paket:

Scheinwerferreinigungsanlage,

sowie Voll-LED-Scheinwerfer Active High Beam.

850 €

Sitzkomfort-Paket:

Elektrisch einstellbarer Beifahrer- und Fahrersitz,

inkl. Memoryfunktion.

700 €

Xenium-Paket Pro:

Einparkhilfe vorn, Infotainmentsystem Sensus Connect mit Premium Sound by harman/kardon, elektrisches Panorama-Glasschiebedach, inkl. Hebefunktion und Sonnenschutz, sowie Parkkamera inkl. 360° Surround View.

2.650 €

Alarmanlage inkl. Bewegungs- und Neigungssensor, Sicherheitsschließung und Private Locking

480 €

Aufbewahrungstasche für Ladekabel

50 €

elektrische Kindersicherung hinten

90 €

Lackierung in Sage Green Metallic

720 €

induktives Smartphone-Ladesystem

220 €

abgedunkelte Seiten- und Heckfenster

390 €

Ledersitze

270 €

Wärmepumpe

655 €

TESTWAGENPREIS, inkl. optionaler Zusatzausstattung

70.925 €

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Der Volvo XC40 Recharge im Alltag

2 IMG 9299 LidlDer Volvo XC40 Recharge löst alle Probleme im Alltag bravourös. Er ist ja der kleinste unter den Volvo SUV, aber der Platz reicht für alle anstehenden „Transportaufgaben“. Wer mehr Platz braucht, muss auf den XC60 oder XC90 Recharge warten, denn der nächste „Elektriker“ aus Schweden wird erst einmal der Volvo C40 Recharge (57.890 Euro*) sein. Die Technik wird identisch sein wie beim XC40 Recharge. Da er aber kein SUV sein wird, startet dieser dann etwa 4.000 Euro günstiger in den Markt.

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Reicht die Reichweite?

3 IMG 9113 KofferraumEigentlich sollte es mit über 400 Kilometern (gem. WLTP) kein Problem sein. Aber wo kann ich dieses wichtige Datum abrufen? Ich habe alle Optionen ausprobiert und alle Einstellungen in den Untermenüs überprüft… Denkfalten auf der Stirn des Testers machen sich breit. Sogar Google ist ratlos. Ein Kollege in der Twitter-eAuto Comunity weiß Rat: Man muss die Reichweite abfragen. Ein Volvo-Verkäufer erklärt mir: man will den Autofahrer nicht verunsichern, weil sich die Reichweite ständig ändert. Ist natürlich NICHT logisch, den „Entfernung zum Ziel“ und „Reichweite“ sind die beiden wichtigsten Daten, um ein Liegenbleiben zu verhindern. Aber auch das Abfragen der Reichweite, kann einen zur Verzweiflung bringen. Man darf nicht fragen: Wie ist die Reichweite? Wie weit kommt der XC40? Nein, man muss fragen: Wie ist die AKTUELLE Reichweite? Ab <= 20% soll die Reichweite dann angezeigt werden. Wir haben allerdings immer vorher „getankt“.

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Lademeister

5 IMG 9216 FamilaDer Volvo C40 Recharge lädt an der heimischen Steckdose brav mit etwas über 2 kW. Wir haben „ständig“ geladen – und damit erspart man sich die Fahrt zur Ladestation. Immer und überall haben wir geladen, denn auch AC Laden mit 11 kW ist mit etwa 0,35 Euro pro kWh vergleichsweise günstig. In Heiligenhafen konnten wir sogar mehrfach bei Lidl und Famila kostenlos laden. Einkaufen und laden – besser geht es nicht.

Bei DC Laden haben wir die 150 kW nicht notieren können. Kurz mal 120 kW. Klar ist, der Hersteller versucht, durch dieses Batterie-Management die Batterie zu schonen. Aber wenn man unterwegs ist, wäre es schon sinnvoll über einen längeren Zeitraum schnell zu laden. Von 0 auf 80% in 40 Minuten ist nicht schlecht – aber 40 Minuten „warten“ kann einem sehr lang vorkommen (s.a. Long-Run).

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Navigation

6 IMG 9287 HafenGoogle-Maps kennt und nutzt (fast) jeder. Und so findet das Navigationssystem jeden Ort und jedes Sonderziel. Passen Reichweite und Entfernung zu Ziel nicht, gibt das System einen Hinweis und es werden Ladestation herausgesucht mit der Information: langsam, mittel, schnell. Beispiel: für die Fahrt von Emsbüren nach Heiligenhafen brauchen wir mindestens einen Ladestopp. Es wird aber leider nicht der perfekte Ladestopp angeboten. Also muss A Better Routeplanner ran.

Gut ist, dass für jedes Ziel und Zwischenziel die vermutliche Restkapazitäten der Batterie angezeigt werden. So kann überprüft werden, ob man sparsam oder zu schnell unterwegs ist. Weitere Informationen: siehe Long-Run.

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App

Die App ist wichtig, damit während des Ladens überprüft werden kann, wie der Ladefortschritt ist. Leider passiert es, dass das Fahrzeug nur 2 bis 3 kWh lädt und dann der Ladevorgang – warum auch immer – abgebrochen wird. Die App konnten wir nicht überprüfen, da man für die Freischaltung alle drei Schlüssel braucht.

Long-Run

Der Long-Run startet gleich einen Tag nach der Fahrzeug-Übernahme. Das ist kein Problem, aber somit hatten wir leider noch wenige Daten für die Planung. ev-database.de hat eine Reichweite von 305 km im Sommer angegeben. Also brauchen wir von Emsbüren nach Heiligenhafen (ca. 400 km) einen Ladestopp. Schade, denn obwohl der Volvo XC 40 Recharge und der Polestar 2 zwar Brüder sind, hat der Polestar 2 den A Better Routeplanner Routeplanner – der Volvo leider nicht.

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Fahrt nach Heiligenhafen

8 IMG 9564 PapenburgWir fahren über die Landstraße über Fürstenau und machen einen kleinen Stopp bei IKEA Osnabrück. Frühstück, laden – perfekt. Der nächste kurze Halt ist in Buddikate Ost bei IONITY. 5 von 6 Lader sind besetzt. Wir laden kurz mit 140 kW, „saugen“ 29,5 kW in 21 Minuten. Ich halte einen kurzen Schnack mit einem Deutsch-Finnen, der mit dem Polestar 2 auf dem Weg in die Heimat ist. „In Finnland kann ich überall preiswert laden“, sagt er. Tja, davon sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt.

Auf der Rückfahrt frühstücken und laden wir bei Famila. Bei Stuhr Gross Mackensen (Esso) wird mit maximal 74 kW geladen. Die Familie hat sich einen Snack geholt und ich habe einen Schnack mit einem Audi e-tron Fahrer gehalten. Wir konnten dann relativ zügig nach Hause fahren und kamen mit einer Restkapazität von 30% (Google Prognose 31%) am Ziel an.

Zwischenfazit: Wer gut plant, der gut fährt. Blöd ist, wenn man 40 Minuten in der prallen Sonne warten muss, um weiterfahren zu können. Gut ist, wenn man zwei kleine Stopps einlegt. Die Stopps nutzt, um eine Kleinigkeit zu Essen, zu trinken oder zu schnacken.

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Sommer – Sonne – Strand

7 IMG 9293 HafenWir wollen die Fragen klären: sind Elektroautos stressfrei im Urlaub? Uneingeschränkt ja! Zwar sollten die Urlaubsorte nicht nur ständig die Kurtaxe erhöhen, sondern sich auch um die Elektromobilität kümmern. Heiligenhafen „lebt“ von Familia und Lidl, die sogar den Strom kostenlos anbieten. Der Doppellader (1x 50 kW, ChaDemo, AC) ist direkt am Hafen; war aber meistens besetzt. In Grömnitz waren beide Lader besetzt. Ärgerlich ist es, dass ein Parkplatz von einem Elektrosmart genutzt wurde, damit er kostenlos parken konnte – selbst ohne zu laden. In Kellenhusen war ein Platz an einem Doppellader frei.

Zwischenfazit: Rein gefühlt gibt es ja noch kaum Elektroautos. Aber die Tatsache, dass man häufig suchen muss und mehrere Lader anfahren muss nervt schon etwas. Auch wenn man vorher überprüft, z.B. mit der App smoov, dass beispielsweise in Lingen (Ems) in der Stadt von den 3 Doppelladern nur jeweils eine Ladeoption benutzt wird – kann man dort natürlich ankommen und beide sind besetzt.

Viele Lader melden ja den Status weiter, dass beispielsweise beide Ladeoptionen besetzt sind. Wenn man über die Navigation genau diesen Lader anfahren will, sollte ein Hinweis kommen und der nächste Lader gesucht werden.

IMG 9248 Volvo XC40 08 Hafen

Kraftstoffverbrauch

Da wir mit dem Volvo XC40 Recharge ja im Wesentlichen die Langstreckentauglichkeit testen wollten, und wir in Heiligenhafen und Papenburg waren, kamen leider einige Testzyklen zu kurz. Auch den echten Testverbrauch können wir nur schätzen, da der Volvo XC40 Recharge einen Tageskilometerzähler (Reset jeden Tag) und eine Einstellung mit manuellen Reset hat.

Insgesamt sind wird mit dem Stromverbrauch zufrieden. Der Volvo XC40 Recharge ist ein „erwachsener“ 5-Sitzer SUV mit 2,2 Tonnen Leergewicht. Da kann keiner erwarten, dass er wie ein Renault Twingo mit 15 kWh/100 km unterwegs ist.

So testen wir auf der aom-Vergleichsrunde.

Modus 

Strecke [km]

Geschw. [km/h]

Verbrauch [kWh/100km]

aom-
Vergleichsrunde  

55

62

18,8

Super-Spar

15

67

16,0

Landstraße

35

64

18,5

Langstrecke

451

84

23,5

Ladestopps s. Ladehistorie

Testverbrauch nach 1.814 km, ca. 62 km/h, ca. 20,5 kWh/100 km

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Pro & Contra

+

Cooles eAuto mit Power (408 PS),
ausreichend Platz und Reichweite.

-

Keine volle Förderung.
Nur 11 kW AC-Ladung.

Fazit

Mit dem Volvo XC40 Recharge hat Volvo endlich das erste richtiges Elektroauto im Portfolio, denn die anderen Recharge sind ja „nur“ Plug-In-Hybride. Der Volvo XC40 Recharge ist ohne Zweifel ein gelungenes Elektroauto, was keine Wünsche offenlässt. Wenn da nicht der hohe Preis wäre... Aber das sind die Volvo-Kunden gewohnt; schließlich ist Volvo mit Ausstattung und Qualität auf Augenhöhe mit BMW, Mercedes und Audi.

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Ausblick

Das nächste Fahrzeug im Kurzteste (400 km) ist der Mercedes-Benz EQV. Dannach folgen die Tests Hyundai Kona Elektro und VW ID-4. Auch der Kona soll vielleicht sogar zweimal auf den Long-Run. Als Kurztest ist noch der Audi Q4 e-tron geplant. Wie versprochen: 2021 elektrisiert!  

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* Alle Preise ohne Gewähr, Stand: 08-2021.

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Fotos © 2021 Redaktionsbüro Kebschull

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