24 Stunden von Le Mans und WEC, LMP1

  • Porsche 919 Hybrid mit über 320 km/h auf der Landstraße

M16 1979Stuttgart. Le Mans 2016 hat begonnen: Das Porsche Team nutzte den offiziellen Vortest für Abstimmungsarbeiten an den beiden Porsche 919 Hybrid für das 24-Stunden-Rennen am 18./19. Juni. Der heutige Sonntag bot den Teams die einzige Gelegenheit, auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit de la Sarthe zu testen. 9,2 Kilometer der Strecke sind normalerweise öffentliche Landstraßen. Dazu gehört die berühmte Hunaudières-Gerade, auf der die gut 900 PS starken Le-Mans-Prototypen von Porsche deutlich über 320 km/h erreichen.

Die schnellste Runde im 919 Hybrid fuhr Mark Webber am frühen Nachmittag in 3.22,270 Minuten. Der Australier teilt sich den Porsche mit Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ). Als amtierende Titelverteidiger starten die drei mit der Nummer 1. Mit einer Runde in 3.22,334 Minuten lag Neel Jani im Schwesterauto mit der Startnummer 2 praktisch gleichauf. Der Schweizer führt gemeinsam mit seinen Partnern Romain Dumas (FR) und Marc Lieb (DE) in der Fahrerwertung der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, deren Saisonhöhepunkt das 24-Stunden-Rennen bildet. Vor allem zu Beginn des Testtages bot die Strecke wenig Haftung, blieb aber beim diesjährigen Vortest trocken. Insgesamt legten die Fahrer mit den beiden Technologieträgern aus Weissach innerhalb von siebeneinhalb Stunden 173 Runden und eine Distanz von 2.357,8 Kilometern zurück. Der Testtag wurde um 17:30 Uhr, eine halbe Stunde vor dem geplanten Ende, wegen starker Leitplankenbeschädigung durch den Unfall eines anderen Teilnehmers abgebrochen. Die Tagesbestzeit ging an den Audi mit der Startnummer 8 in 3.21,375 Minuten.

M16 1986

Stimmen nach dem Testtag:

M16 1985Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Erstmals seit unserem Erfolg im Vorjahr zurück in Le Mans zu sein, ist für uns ein besonderer Moment. Ebenso wie unser letzter Dauerlauf in Aragon ging auch der heutige Testtag ohne Zwischenfälle über die Bühne. Das Ergebnis lässt uns mit großer Spannung auf das Rennwochenende blicken. Wenn die schnellsten Vier auf einer Strecke von 13,6 Kilometern innerhalb von 1,2 Sekunden liegen, unterstreicht dies, was wir seit Beginn des Jahres sagen: Es geht in dieser Saison nochmals enger zu – und das gilt für Le Mans erst recht.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Nach diesem erfolgreichen Auftakt sehen wir der Rennwoche zuversichtlich entgegen. Beide Autos liefen einwandfrei, wir konnten unser komplettes Testprogramm ohne Probleme und bei trockenen Bedingungen absolvieren. Am Vormittag haben wir uns auf die Abstimmungsarbeit konzentriert, am Nachmittag auf die Reifen-Longruns. Zugleich war es wichtig, zusammen mit der Rennleitung die Le-Mans-spezifischen Prozeduren wie Safety-Car-Einsatz und, Slow Zones‘ zu trainieren. Wir fühlen uns als Team für die Rennwoche gut vorbereitet.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 1

Timo Bernhard (35, Bruchmühlbach-Miesau): „Wir hatten einen intensiven Testtag und konnten viele offene Punkte von der Liste streichen. 2016 sind noch einmal vier Autos mehr auf der Strecke als im vergangenen Jahr, teilweise sitzen auch Le-Mans-Rookies in den Fahrzeugen. Das merkt man, und wir müssen uns noch an die neue Situation gewöhnen, damit wir im Verkehr die richtigen Entscheidungen treffen.“

Brendon Hartley (26, Neuseeland): „Im Prinzip reden wir seit einem Jahr über nichts anderes als über unsere Rückkehr nach Le Mans. Heute war es endlich so weit. Das Tempo beim Test war hoch, obwohl sich die Strecke natürlich in einem relativ schmutzigen Zustand befand. Das Auto fühlt sich gut an, und unser Programm hat gepasst.“

Mark Webber (39, Australien): „Wir lange wir mit einem Satz Reifen fahren können, ist einer der wichtigsten Schlüssel im Rennen. Die verschiedenen Michelin-Pneus auszuprobieren und zu bewerten, besaß heute Priorität. Es war ein guter Testtag für uns, zumal das Wetter hielt und uns der angekündigte Regen erspart blieb.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 2

Romain Dumas (38, Frankreich): „Die ersten Runden in Le Mans sind nie einfach, weil sich die Strecke dann in keinem guten Zustand befindet. Es ist aber immer herrlich, wieder hier zu sein. Ich genieße Le Mans ganz besonders, schließlich bin ich Franzose und habe lange hier gelebt. Wir konnten viele Abstimmungsmöglichkeiten ausprobieren und hatten keinerlei Probleme. Durch die Reglementänderung steht uns weniger Motorleistung zur Verfügung als 2015, aber das Auto und die Reifen haben zugelegt – dadurch sind wir schneller in den Kurven.“

Neel Jani (32, Schweiz): „Wir haben heute einen ersten Eindruck von unserem Speed in Le Mans bekommen, ich bin für das Rennwochenende positiv gestimmt. Am Ende war der frühe Abbruch natürlich schade. Ich hätte gerne gewusst, was mit frischen Reifen vielleicht noch gegangen wäre, aber die Bedingungen sind schließlich für alle gleich.“

Marc Lieb (35, Ludwigsburg): „Es war ein guter Test. Am Anfang passte die Balance noch nicht und im dichten Verkehr war es nicht einfach, aber beides ist völlig normal. Am Nachmittag sind wir mit einer anderen Aerodynamik-Konfiguration gefahren als das Schwesterauto und haben weiter dazugelernt. Wir waren noch nie so gut auf Le Mans vorbereitet wie diesmal. Vor allem lässt sich das Auto gut fahren, und das ist für ein 24-Stunden-Rennen fast das Wichtigste.“

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Fotos © 2016 Porsche Motorsport

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