Die Formel 1 am Hockenheimring

• Bestes Rennsportvergnügen

Untrennbar ist die Formel 1 in Deutschland mit dem Hockenheimring verbunden. Seit 1970 hat das Rennen auf der Strecke in Baden-Württemberg seinen festen Platz im Kalender der Rennsport-Königsklasse. Dabei hat der Kurs eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Einst führte sie noch im Vollgas durch den Schwetzinger Hardt und durch die Stadt Hockenheim, später wurde der Kurs immer kürzer und anspruchsvoller. Heute ist das Motodrom eines der großen Highlights des Hockenheimrings. Dieser Abschnitt der Strecke ist wie ein Stadion aufgebaut und beherbergt die Start- und Ziellinie, die Boxengasse und die Tribünen für Tausende von Zuschauern. Nur auf wenigen anderen Strecken erleben Rennsportfans die Action so hautnah wie im Motodrom. Auch auf der Mercedes-Tribüne, die sich kurz vor Erreichen des Motodroms befindet, haben die Zuschauer einen optimalen Blick auf das Geschehen.

Rückblick

Ferrari 2017 (c) Ferrari 2017Gebaut wurde der Hockenheimring im Jahr 1932 – allerdings war er damals ganze zwölf Kilometer lang und hatte die Form eines Dreiecks. Das erste Rennen, auf dem neu errichteten Kurs im Mai 1932 trugen Motorräder gegeneinander aus und wurde von 60.000 Zuschauern besucht. Sechs Jahre später wurde die Strecke auf rund 7,7 Kilometer gekürzt. Als sie während des Zweiten Weltkriegs als Übungsplatz für Panzer genutzt wurde, wurde sie faktisch komplett zerstört.

Nach dem Krieg wurde sofort mit dem Wiederaufbau begonnen, das Rennen zur Neueröffnung im Jahr 1947 besuchten rund 200.000 Menschen. Doch erst mit einem neuerlichen Umbau in den 1960er-Jahren wurde der Hockenheimring auch für die wirklich wichtigen Veranstaltungen im Rennsport relevant. Unter anderem entstand in den Jahren 1964 und 1965 das Motodrom. Das erste Mal machte die Formel 1 im Jahr 1970 am Hockenheimring Station, zum ersten Sieger wurde der Österreicher Jochen Rindt. Als die Rennserie sieben Jahre später nach Hockenheim zurückkehrte, gewann mit Niki Lauda ein weiterer Fahrer aus der Alpenrepublik. In den nachfolgenden Jahren trugen sich weitere Rennsportlegenden wie Mario Andretti, Alain Prost und Ayrton Senna in die Siegerliste ein. Der erste Sieg eines deutschen Formel-1-Fahrers auf dem heimischen Kurs blieb Michael Schumacher im Jahr 1995 auf Ferrari vorbehalten. Sein Bruder Ralf war 2001 der letzte Fahrer, der auf dem alten Streckenverlauf gewann.

GP von Deutschland

Im Jahr 2002 kam es nämlich einmal mehr zu Umbauarbeiten am Hockenheimring. Dabei wurde unter anderem die Länge des Kurses auf etwa 4,5 Kilometer gekürzt. Dafür wurde der lange Hochgeschwindigkeitsbereich durch den Schwetzinger Hardt gestrichen. Auf die Nordkurve folgt nun die neue Parabolika, von der aus die Fahrer die enge Spitzkehre und dann wieder das Motodrom erreichen. Bereits im Juli 2002 fand das nächste Formel-1-Rennen auf der neuen Strecke statt, das Michael Schumacher gewann. Auch in den Jahren 2004 und 2006 triumphierte Schumacher bei seinem Heim-Grand-Prix. Mit insgesamt vier Siegen am Hockenheimring – einer auf dem alten und drei auf dem neuen – ist Schumacher der Rekordsieger. Im Jahr 2006 beschlossen die Formel-1-Verantwortlichen, nur noch ein Rennen pro Jahr in Deutschland stattfinden zu lassen. Eine Zeitlang wechselten sich der Hockenheimring und der Nürburgring mit der Austragung ab. 2018 sah es so aus, als gäbe es in der Saison 2019 keinen deutschen Grand Prix, schließlich kam es jedoch zu einer Einigung mit dem Hockenheimring, weshalb dort nun erstmals ohne Pause erneut der GP von Deutschland ausgetragen wird.

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Fotos © VW, Audi Motorsport, Ferrari Motorsport, Redaktionsbüro Kebschull

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