Spielberg: Strietzel Stuck gibt sich die Ehre

  • Vorschau, Fakten und Zahlen zum zweiten Rennwochenende

Nach dem gelungenen Auftakt auf dem Hockenheimring steht im Volkswagen Scirocco R-Cup das einzige Auslands-Gastspiel in diesem Jahr bevor. Auf dem Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg gehen am 01. und 02. Juni die Saisonläufe Nummer zwei und drei mit den 285 PS starken Scirocco über die Bühne. Am Start sind 19 Nachwuchs-Rennfahrer aus neun Nationen und vier Berühmtheiten im Legend-Cup. Mit dabei sind Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck und sein Sohn Johannes für die „Motorsport-Allstars“ sowie Klaus Niedzwiedz und Christian Danner für die „DTM-Legenden“.

Alles Wissenswerte zum zweiten Saisonlauf in Spielberg im Stenogramm

+++ Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck (62) ist einer der bekanntesten deutschen Rennfahrer der Geschichte und aktuell zudem Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes. Zwischen 1974 und 1979 fuhr er in insgesamt 74 Formel-1-Rennen zweimal aufs Podest. 1986 und 1987 triumphierte Stuck zweimal beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans, dazu feierte im Zeitraum zwischen 1970 und 2004 drei Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und wurde 1990 Deutscher Tourenwagen-Meister. Seit 2008 ist er Motorsport-Repräsentant von Volkswagen. Stuck beendete 2011 offiziell seine Motorsport-Karriere, nachdem er in einem Team mit seinen Söhnen Johannes und Ferdinand noch einmal das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring gefahren war. Extra für den Scirocco R-Cup feiert er nun ein kleines Comeback. +++

+++ „Striezel Stuck“ bildet ein Team mit seinem Sohn Johannes Stuck (26). Der Österreicher wandelt seit 2003 auf den Rennfahrer-Spuren seines Papas. 2006 und 2007 gewann Stuck junior das 24-Stunden-Rennen am Nürnburgring in seiner Klasse. 2011 wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Ferdinand Deutscher GT-Meister. +++

+++ Stammgast beim Volkswagen Scirocco R-Cup ist Klaus Niedzwiedz (62). In den Vorjahren war der Rennroutinier immer für tolle Zweikämpfe auf der Strecke gut und landete schon unter den Top Ten. In seiner aktiven Karriere wurde er 1989 Vizemeister in der DTM, zwei Jahre zuvor war ihm das schon in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft gelungen. 1982 und 1987 gewann er mit Klaus Ludwig das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, wo er den ewigen Trainingsrekord für Gruppe-5-Autos auf der alten Nordschleife hält. Nach dem Abschluss seiner Motorsport-Laufbahn startete Niedzwiedz eine Karriere als Fernsehmoderator, unter anderem mit einem Automagazin auf n-tv. +++

+++ Last but not least im Legend-Cup: Christian Danner (55) ist eine echte DTM-Legende. Zwischen 1988 und 1996 fuhr er in 139 DTM-Rennen zu fünf Siegen und dreimal auf die Pole-Position. Zwischen 1985 und 1989 startete Danner in der Formel 1 und holte mit unterlegenem Material bei 36 Starts vier WM-Punkte. Auch im Volkswagen Scirocco R-Cup ist Danner ein alter Hase: Zuletzt fuhr er beim Saison-Finale im vergangenen Jahr in Hockenheim auf Platz 15. Seit dem Ende seiner Motorsport-Karriere wird Danner von einem Millionenpublikum als Co-Kommentator und TV-Experte bei den Formel-1-Übertragungen von RTL geschätzt. +++

+++ Nach dem ersten Saisonrennen führen im Legend-Cup die „DTM-Legends“ mit 37 : 33 Punkten gegen die „Motorsport-Allstars“. Nicola Larini hatte beim Saisonstart in Hockenheim für die DTM-Legenden nicht nur die separate Wertung, sondern auch die Gesamtwertung gewonnen. In diesem Jahr wird der Legend-Cup erstmals als Teamduell ausgetragen. Pro Wochenende kommt es zum Duell „zwei vs. zwei“. Dabei werden die Punkte wie in der DTM vergeben (25-18-15-12) und pro Team addiert. +++VW Scirocco R-Cup{mospagebreak}

Spitzenreiter in der Gesamtwertung Kasper H. Jensen

+++ Als Spitzenreiter in der Gesamtwertung geht Kasper H. Jensen in das zweite Rennwochenende im Scirocco R-Cup. Der Däne belegte in Hockenheim zwar nur Platz zwei hinter Nicola Larini, aber der ehemalige Formel-1-Pilot bekam als Starter im Legend-Cup keine Punkte für das Klassement. Jensen hatte im Vorjahr bereits Platz drei in der Gesamtwertung belegt und gilt nun als erster Titelfavorit. Schärfster Kontrahent ist ausgerechnet eine Landsfrau: Michelle Gatting holte beim Saisonstart nach einer bravourösen Leistung als erste Pilotin in der Geschichte des Scirocco R-Cup einen Podestplatz. In der Junior-Wertung führt der Deutsche Lukas Schreier. +++

+++ Neben Michelle Gatting steht eine zweite Frau im Fahrerfeld mit insgesamt 22 Startern. Mikaela Åhlin-Kottulinsky aus Schweden liegt nach dem Auftakt auf einem starken neunten Platz in der Gesamtwertung. Ihr Großvater Freddy Kottulinsky (S) feierte 1980 im Volkswagen Iltis den ersten Sieg für Volkswagen bei der Rallye Dakar. +++

+++ Im 19-köpfigen Feld der Nachwuchsrennfahrer sind auch zwei Österreicher vertreten. Als Gaststarter ist Marcel Müller nur in Spielberg mit von der Partie. Der 18-Jährige feierte schon große Erfolge im Kartbereich, sein Vorbild ist Sebastian Vettel. Die zweite Austria-Hoffnung Luca Rettenbacher (18) ist bei allen Saisonläufen des Scirocco R-Cups dabei. Der Kfz-Mechatronik-Lehrling hat seine kompletten 25 Urlaubstage für seinen großen Traum vom Rennfahren verplant. +++

+++ Der Red-Bull-Ring in Spielberg ist insgesamt 4,326 km lang. Zwischen 1963 und 2003 fanden auf dem früheren Flugplatz Zeltweg, dem späteren Österreich- und A1-Ring, Formel-1-Rennen statt. 2005 wurde die Strecke zunächst abgerissen, 2010 von Red Bull aufgekauft und 2011 schließlich unter dem Namen Red-Bull-Ring wiedereröffnet. +++

+++ Der Volkswagen Scirocco R-Cup gastiert in diesem Jahr zum dritten Mal in der Steiermark. Im Vorjahr konnte der spätere Meister Ola Nilsson beide Läufe für sich entscheiden. Die Strecke ist eingebettet in ein malerisches Alpenpanorama. Auf den umliegenden Wiesen grasen Kühe. Kein alltägliches Bild im Motorsport. +++

+++ Gazprom ist in diesem Jahr erstmals exklusiver Kraftstofflieferant des Volkswagen Scirocco R-Cup. Der weltgrößte Erdgas-Produzent liefert das Erdgas für den umweltschonenden Antrieb der Sport-Coupés. Die CO2-Emissionen sind dadurch etwa 25 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Benzin- oder Dieselmotoren. +++

+++ Die Punktevergabe im Pro- und Junior-Cup erfolgt generell nach dem Schema 60-48-40-34-32-30-28-26-24-22-20-18-16-14-12-10-8-6-4-2. Bei den ersten drei Saisonläufen – also auch den beiden Rennen in Spielberg – werden allerdings noch jeweils halbierte Punktzahlen vergeben. +++

+++ Wie in der vergangenen Saison haben die Fahrerinnen und Fahrer die Möglichkeit, das Push-to-pass-System einzusetzen, wodurch sich die Leistung des Scirocco kurzzeitig um 50 PS auf 210 kW (285 PS) erhöht. Neu: Im Gegensatz zu 2012 ist der Einsatz von Push-to-pass in der Qualifikation verboten. Im Rennen ist der Einsatz von Push-to-pass begrenzt: Die aus den ersten drei Reihen gestarteten Fahrerinnen und Fahrer dürfen 15 Mal auf den Extra-Power-Knopf drücken. Die Startreihen vier bis sechs haben 16 Versuche. Den folgenden drei Startreihen ist ein weiterer Versuch gestattet. +++{mospagebreak}

Stimmen zum zweiten Rennwochenende in Spielberg

Jost Capito, Volkswagen Motorsport-Direktor: „Nachdem beim Auftakt in Hockenheim mit Nicola Larini sogar eine Legende das Rennen gewinnen konnte, werden diesmal die jungen Fahrer sicher den Sieger stellen wollen – auch wenn wir mit Strietzel Stuck, Christian Danner und Klaus Niedzwiedz hochkarätige Legenden am Start haben. Toll für den Scirocco R-Cup, dass sich Strietzel Stuck nach seinem offiziellen Rücktritt für einen Gaststart noch mal hinters Lenkrad des Scirocco schwingt – eine besondere Ehre! Für unsere Junioren- und Pro-Fahrer ist das Wochenende sehr wichtig: Zwei Rennen bedeuten doppelte Punkte und damit eine gute Möglichkeit, Boden gutzumachen oder sich in der Meisterschaft abzusetzen.“

Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck: „Eigentlich hatte ich ja meinen offiziellen Rücktritt vom Motorsport 2011 nach dem 24-Stunden-Rennen am Nürburgring verkündet, aber für den Gaststart in der Legenden-Wertung im Scirocco R-Cup mache ich eine kleine Ausnahme. Für uns alte Haudegen ist es ja eher eine Show-Veranstaltung, auch wenn der sportliche Ehrgeiz natürlich vorhanden ist. Und ich freue mich – neben dem Aufeinandertreffen mit Christian und Klaus – auch besonders, dass ich im Allstar-Team zusammen mit meinem Sohn Johannes fahre. Klar, dass wir in Spielberg die Teamwertung gewinnen wollen!“

Klaus Niedzwiedz: „Ich bin immer wieder gern Gast im Volkswagen Scirocco R-Cup. Volkswagen macht das wirklich toll – man bietet uns Motorsport-Rentnern die Chance, uns in einer eigenen Wertung zu messen und führt uns dabei mit einer perfekten Organisation gut behütet durch das Rennwochenende. Das macht irrsinnig viel Spaß. Und das Rennfahrer-Feeling kommt auch nicht zu kurz, denn der Cup-Scirocco mit seinen 285 PS Leistung in der Spitze geht erstaunlich flott ums Eck, trotz Frontantrieb.“

Christian Danner: „Ich bin jetzt zum dritten Mal im Scirocco R-Cup dabei und freue mich schon sehr auf das Wochenende. Für mich ist es das erste Mal in Spielberg – ich bin auf dem neuen Kurs überhaupt noch nicht gefahren. Grundsätzlich habe ich an Österreich sehr schöne Erinnerungen, denn hier habe ich meine ersten Weltmeisterschaftspunkte in der Formel 1 geholt. Und außerdem ist es toll, alte Weggefährten wie Strietzel Stuck und Klaus Niedzwiedz nicht nur an, sondern auch auf der Rennstrecke wiederzusehen!“

Kasper H. Jensen, Gesamtspitzenreiter Scirocco R-Cup: „Der Kurs in Spielberg ist fantastisch – übrigens auch die Szenerie rundherum mit dem Bergpanorama. Ich möchte an diesem Wochenende das Maximum von Punkten in den beiden Rennen holen. Schließlich ist es definitiv mein Ziel, die Gesamtwertung zu gewinnen. Ich will diesen Titel so sehr – also habe ich gar keine andere Möglichkeit, als ihn zu holen.“

Michelle Gatting, Gesamtzweite Scirocco R-Cup: „Das erste Podium war natürlich ein schöner Start in die Saison. Aber ich habe mich auch intensiv auf die Rennen im Volkswagen Scirocco R-Cup vorbereitet. Spielberg ist ein sehr, sehr großer Kurs mit einer superlangen Geraden. Ich will mich selbst nicht so unter Druck setzen, deshalb ist ein Platz unter den Top Fünf mein Mindestziel. Aber natürlich will ich immer gewinnen.“

Marcel Müller, Gaststarter beim Scirocco R-Cup aus Österreich: „Letztes Jahr war ich bei der DTM auf dem Red-Bull-Ring und habe von der Tribüne aus zugeschaut. Da dachte ich mir, dass es cool wäre, dort mitzufahren. Und jetzt bin ich dabei. Nächstes Jahr würde ich dann gerne die ganze Saison fahren. Große Erwartungen an das Rennen habe ich nicht, da es ja mein erster Start im Tourenwagen ist. Ich will einfach mal reinschnuppern.“ 

Fotos © Volkswagen Motorspor, Redaktionsbüro Kebschull