Audi Pilot Dindo Capello über Sebring

Die American Le Mans-Serie 2007 beginnt auf einer der härtesten und anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt: Sebring (USA). Audi ist in Sebring seit 2000 ungeschlagen und möchte die Siegesserie am Samstag mit dem R10 TDI fortsetzen. Audi Werksfahrer Dindo Capello, Sebring-Sieger der Jahre 2001, 2002 und 2006, über den 3,7 Meilen langen Kurs, der in Florida auf einem ehemaligen Flugplatz errichtet wurde.

Was bedeutet Sebring für Sie?
"Ich werde nie mein erstes Sportwagen-Rennen vergessen, das ich auf dieser Strecke bestritten habe. Ich habe es mit Michele Alboreto und Stefan Johansson gleich aufs Podium geschafft. Seit damals, und das war 1999, war Sebring für mich und Audi immer ein großartiges Rennen. Ich habe bei sechs Starts bisher dreimal in Sebring gewonnen. Abgesehen von 2003, als ich für Bentley gefahren bin, stand ich immer auf dem Podium. Sebring ist ganz klar meine Lieblingsstrecke."
 
Sebring ist berühmt für seine Bodenwellen. Was bedeutet das für die Fahrer und die Autos?
"Als ich das erste Mal nach Sebring kam, war ich schockiert, wie uneben die Strecke war – und sie ist es heute noch immer. Ich spüre im Cockpit jedoch einen Unterschied zwischen damals, als wir mit dem Sportwagen-Programm begonnen haben, und heute: Audi hat das Auto jedes Jahr verbessert, so dass es immer besser mit den Unebenheiten klar kam. Mit dem Audi R10 TDI können wir heute ziemlich sanft über die Bodenwellen fahren, das macht uns Fahrern das Leben in Sebring etwas leichter."

Wie schwierig ist es, in Sebring in die Nacht hinein zu fahren?
"Die ersten Runden sind sehr schwierig. Es gibt einige Stellen, an denen man sich an nichts orientieren kann. Man benötigt einige Runden, um sich daran zu gewöhnen. Wenn das geschehen ist, kann man pushen – nicht ganz so wie bei Tageslicht, die Rundenzeiten unterscheiden sich jedoch nicht sehr. Trotzdem: Für mich sind die ersten Runden im Dunkeln in Sebring schwieriger als in Le Mans."
 
Welche Kurve mögen Sie am liebsten?
"Es gibt so viele gute Kurven. Die Kurven 1 und 17 sind ganz sicher die beiden schnellsten und anspruchsvollsten. Wenn man durch diese Kurven fährt, spürt man, dass man wirklich am Limit ist und die Aerodynamik voll zum Einsatz kommt. Aber es gibt in Sebring auch viele andere Kurven, die auf den ersten Blick einfach aussehen und dennoch schwierig sind."
 
Gibt es in Sebring Problem beim Überrunden?
"Auf jeden Fall! Es sind fast genauso viele Autos auf der Strecke wie in Le Mans, doch die Strecke ist nur halb so lang und halb so breit. Das macht es wirklich schwierig."