American Le Mans Series, 4. Lauf in Lime Rock, USA

  • Jörg Bergmeister krönt 100. Rennen mit erstem Saisonsieg

Stuttgart. Perfektes Jubiläum für Jörg Bergmeister: In seinem 100. Rennen in der American Le Mans Series holte der Porsche-Werksfahrer aus Langenfeld in Lime Rock den ersten Saisonsieg für Porsche. Zusammen mit seinem Werksfahrerkollegen Patrick Long (USA) gewann er im Porsche 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports die hart umkämpfte GT-Klasse beim vierten Saisonlauf der Rennserie mit den schnellsten Sportwagen der Welt. Es war sein 35. Sieg in der American Le Mans Series und sein sechster in Lime Rock.

Das Rennen auf dem nur 2,478 Kilometer langen Kurs in der ländlichen Idylle des US-Bundesstaats Connecticut, zweieinhalb Autostunden entfernt von New York City, war nichts für schwache Nerven. Die Fans auf den Grashügeln rund um die Strecke erlebten ein abwechslungsreiches Rennen mit harten Positionskämpfen, vor allem in der GT-Klasse, dem Herzstück der American Le Mans Series. Patrick Long setzte sich nach der Hälfte der Distanz an die Spitze des starken Feldes und übergab den silber-roten Elfer mit der Startnummer 45 nach 100 Runden als Führender an Jörg Bergmeister. Der ging nach dem Boxenstopp als Dritter zurück auf die enge Strecke, holte sich aber innerhalb weniger Runden die Führung zurück, die er dann bis zum Schluss gegen alle Angriffe seiner Verfolger verteidigte. Zeitweise lagen die ersten vier GT-Fahrzeuge innerhalb nur einer Sekunde.

„Auf diesen Sieg haben wir lange warten müssen. Jetzt geht`s mit der ganzen Truppe ab nach Manhattan zum Feiern“, sagte Jörg Bergmeister nach dem Erfolg in seinem Jubiläumsrennen. „Wir haben in dieser Saison einige Fehler gemacht, zum Beispiel bei unserem Boxenstopp in Laguna Seca, aber es war vor allem Pech, das uns bisher vom Podium fern gehalten hat. Heute hat alles gepasst, von der Leistung der Fahrer bis zur Boxenstrategie. Der Porsche ist großartig. Wir lernen immer noch dazu, was das Set-up für den neuen RSR betrifft, aber heute haben wir einen Riesenschritt gemacht.“ Patrick Long sagte: „Diesen Sieg haben wir wirklich verdient. Dieses starke GT-Feld zu schlagen, ist eine tolle Leistung. Durch das neue Aerodynamikpaket haben wir mehr Grip und eine bessere Performance als noch im Vorjahr.“

In der Anfangsphase des Rennens führte zeitweise auch der Porsche 911 GT3 RSR des Teams Falken Tire mit Bryan Sellers (USA) am Lenkrad das sehr starke GT-Feld an. Doch ein Reifenschaden in der 35. Runde warf ihn weit zurück. Am Ende belegten er und Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler (Nürtingen) den siebten Platz. Direkt dahinter folgten der Elfer von Paul Miller Racing mit Sascha Maassen (Aachen) und Bryce Miller (USA) sowie der zweite Flying-Lizard-Porsche mit Porsche-Werksfahrer Marco Holzer (Lochau) und Teameigner Seth Neiman (USA). Im Qualifying war Marco Holzer die zweitschnellste Zeit gefahren, doch die Stewards verbannten den Porsche wegen zu geringer Bodenfreiheit für das Rennen ans Ende des Feldes.

  • Der fünfte Lauf der American Le Mans Series wird am 21. Juli in Mosport/Kanada ausgetragen. {mospagebreak}

Ergebnis

Klasse GT
1. Bergmeister/Long (D/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 160 Runden
2. Magnussen/Garcia (DK/E), Chevrolet Corvette, 160
3. Gavin/Milner (GB/USA), Chevrolet Corvette, 160
4. Sharp/van Overbeek (USA/USA), Ferrari F458 Italia, 160
5. Hand/D. Müller (USA/D), BMW E92 M3, 159
6. Auberlen/J. Müller (USA/D), BMW E92 M3, 159
7. Henzler/Sellers (D/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 158
8. Maassen/Miller (D/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 157
9. Holzer/Neiman /D/USA), Porsche 911 GT3 RSR, 157

Klasse GTC
1. Keen/MacNeil (USA/USA)), Porsche 911 GT3 Cup, 151 Runden
2. LeSaffre/Faulkner (USA/IRL), Porsche 911 GT3 Cup, 151
3. Welch/LeSaffre (USA/USA), Porsche 911 GT3 Cup, 150

Punktestände
Klasse GT
Fahrer
1. Oliver Gavin, Tommy Milner, Chevrolet, 72 Punkte
2. Jan Magnussen, Antonio Garcia, Chevrolet, 64
3. Joey Hand, Dirk Müller, BMW, 60
4. Jörg Bergmeister, Patrick Long, Porsche, 39
5. Scott Sharp, Johannes van Overbeek, Ferrari, 39
6. Bill Auberlen/Jörg Müller, BMW, 36
7. Wolf Henzler, Bryan Sellers, Porsche, 25
9. Sascha Maassen, Bryce Miller, Porsche, 23
10. Seth Neiman, Porsche, 20
11. Marco Holzer, Porsche, 15

Hersteller
1. Chevrolet, 78 Punkte
2. BMW, 68
3. Porsche, 59
4. Ferrari, 55

Teams
1. Corvette Racing, Chevrolet, 78 Punkte
2. BMW Team RLL, BMW, 65
3. Flying Lizard Motorsports, Porsche, 44
5. Team Falken Tire, Porsche, 25
6. Paul Miller Racing, Porsche, 23

Das ist die American Le Mans Series

Bei der 1999 ins Leben gerufenen American Le Mans Series (ALMS) gehen Sportprototypen und GT-Fahrzeuge an den Start. Sie sind in fünf Klassen eingeteilt, die gemeinsam starten, aber getrennt gewertet werden:

Klasse GT: Die beliebteste Klasse der Fahrzeughersteller ist traditionell am stärksten besetzt. Leicht modifizierte Seriensportwagen mit 440 bis 500 PS und einem Mindestgewicht von 1.245 Kilogramm (z.B. Porsche 911 GT3 RSR).

Klasse GTC: In dieser Klasse sind Markenpokalfahrzeuge wie der Porsche 911 GT3 Cup startberechtigt.
Klasse LMP1: Sportprototypen mit bis zu 550 PS und einem Mindestgewicht von 900 Kilogramm.
Klasse LMP2: Sportprototypen mit rund 440 PS und 900 Kilogramm Mindestgewicht.
Klasse LMPC: Prototypen-Markenpokal für den ORECA FLM 09.

Foto (c) PorschePorsche GT3