Konzernergebnis 2010 beträgt 4,7 (i. V. -2,6) Mrd. €

  • Konzernumsatz auf 97,8 (i. V. 78,9) Mrd. € deutlich gesteigert
  • Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft  auf 5,4 (i. V. 2,7) Mrd. € verdoppelt
 

Daimler erzielte im Geschäftsjahr 2010 ein EBIT von 7.274 (i. V. -1.513) Mio. € und konnte damit das Jahr sehr erfolgreich abschließen.

„Daimler hat im vergangenen Jahr ein glänzendes Comeback hingelegt“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. „Unser Ziel ist nun, das erreichte Erfolgsniveau nachhaltig zu sichern und wo immer möglich weiter zu steigern. Dazu haben wir die richtigen Produkte, Technologien und Strategien.“

Auf der Basis der aktuellen Einschätzungen erwartet Daimler im Jahr 2011 ein EBIT aus dem laufenden Geschäft, das deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegt.

Geschäftsjahr 2010

Nachdem das Jahr 2009 noch stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst war, entwickelte sich das operative Ergebnis im Jahr 2010 in allen Geschäftsfeldern deutlich erfreulicher als noch zu Jahresbeginn erwartet. Hierzu trugen die allgemeine Markterholung und insbesondere die attraktive Produktpalette sowie die realisierten Effizienzsteigerungen bei. Gegenläufig wirkten unter anderem gestiegene Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im operativen Ergebnis.

Die Sonderfaktoren, die die Ergebnisentwicklung in den Jahren 2009 und 2010 beeinflussten, sind in der Tabelle auf Seite 12 und in den einzelnen Geschäftsfeldern dargestellt.

Die positive EBIT-Entwicklung führte zu einer signifikanten Verbesserung des Konzernergebnisses auf 4.674 (i. V. -2.644) Mio. €. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich entsprechend auf 4,28 € (i. V. -2,63 €).

Nachdem Daimler im vergangenen Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtete, sollen nun mehr als 40% des auf die Daimler-Aktionäre entfallenden Konzernergebnisses ausgeschüttet werden. Auf dieser Basis haben Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, der Hauptversammlung am 13. April 2011 die Ausschüttung einer Dividende von 1,85 € pro Aktie vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von 1.971 Mio. €.

Im vergangenen Jahr hat Daimler insgesamt 1,9 Mio. Fahrzeuge abgesetzt. Das aufgrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sehr niedrige Vorjahresniveau wurde damit um 22% übertroffen. Der Konzernumsatz stieg um 24% auf 97,8 Mrd. €; bereinigt um Wechselkurseffekte war ein Zuwachs um 19% zu verzeichnen.

Der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft erhöhte sich 2010 deutlich um 2,7 Mrd. € auf 5,4 Mrd. €. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 4,7 Mrd. € auf 11,9 Mrd. €.

Durch die gestiegene Nachfrage hat sich die Zahl der Beschäftigten leicht erhöht. Am 31. Dezember 2010 beschäftigte das Unternehmen weltweit 260.100 (i. V. 256.407) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon waren 164.026 (i. V. 162.565) in Deutschland tätig. Die Zahl der Auszubildenden belief sich auf 8.841 (i. V. 9.151).

Aufgrund der sehr guten Ergebnisentwicklung haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat vereinbart, die besonderen Leistungen des Jahres 2010 mit einer hohen Ergebnisbeteiligung von 3.150 € pro anspruchsberechtigtem Mitarbeiter der Daimler AG zu honorieren. Im Jubiläumsjahr der Erfindung des Automobils erhalten die Mitarbeiter außerdem einen Sonderbonus, gestaffelt nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, von bis zu 1.000 €.Mercedes Benz C-Klasse{mospagebreak}

Investitionen in die Zukunftssicherung

Daimler hat im vergangenen Jahr die Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf 4,8 (i. V. 4,2) Mrd. € erhöht.

Insgesamt lagen die Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei Mercedes-Benz Cars bei 3,1 (i. V. 2,7) Mrd. €. Daimler Trucks hat 1,3 (i. V. 1,1) Mrd. € für Forschung und Entwicklung aufgebracht.

Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten waren neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebstechnologien. Es ging dabei um die Optimierung konventioneller Antriebstechnologien, um weitere Effizienzsteigerung durch die Hybridisierung und um Elektroautos mit Brennstoffzelle und Batterie. Ein weiterer Schwerpunkt waren neue Sicherheitstechnologien.

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 3,7 (i. V. 2,4) Mrd. €. Im Mittelpunkt standen dabei Investitionen in neue Fahrzeugmodelle und neue Antriebssysteme. Vom gesamten Investitionsvolumen entfielen 2,1 Mrd. € auf Deutschland.

Die Geschäftsfelder im Einzelnen

Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und smart hat im vergangenen Jahr den Absatz um 17% auf 1.276.800 (i. V. 1.093.900) Fahrzeuge erhöht. Da sich die Absatzstruktur zugunsten besonders hochwertiger Fahrzeuge verändert hat, stieg der Umsatz deutlich stärker um 29% auf 53,4 Mrd. €.

Das Geschäftsfeld erzielte ein EBIT von 4.656 (i. V. -500) Mio. €. Die Umsatzrendite betrug 8,7% (i. V. -1,2%).

Das hervorragende Ergebnis ist vor allem auf das hohe Absatzniveau zurückzuführen, während im Vorjahr noch ein Rückgang der Pkw-Nachfrage zu verzeichnen war. Vor allem in den USA und China konnte Mercedes-Benz Cars aufgrund der attraktiven Produktpalette den Fahrzeugabsatz deutlich steigern. Weitere Faktoren, die das Ergebnis positiv beeinflussten, waren ein vorteilhafterer Produkt-Mix, eine verbesserte Preisdurchsetzung sowie Effizienzsteigerungen. Darüber hinaus wirkten sich geringere Aufwendungen im Rahmen der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen (2010: 140 Mio. €; 2009: 657 Mio. €) aus. Für Forschung und Entwicklung wurden höhere Beträge als im Vorjahr aufgewendet.

Daimler Trucks erhöhte den Absatz um 37% auf 355.300 (i. V. 259.300) Fahrzeuge. Der Umsatz nahm um 31% auf 24 Mrd. € zu.

Das EBIT des Geschäftsfelds betrug 1.323 (i. V. -1.001) Mio. €. Die Umsatzrendite belief sich auf 5,5% (i. V. -5,5%).

Diese Ergebnisverbesserung ist vor allem auf die gute Absatzentwicklung zurückzuführen, zu der alle Kernmärkte (Europa, USA, Lateinamerika und Japan) beitrugen. Weitere positive Ergebniseffekte ergaben sich aus den Maßnahmen zur Kostensenkung, insbesondere aus der Neuausrichtung von Daimler Trucks North America und Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation. Die Umsetzung dieser Programme belastete das Ergebnis noch mit 40 (i. V. 340) Mio. €.

Darüber hinaus enthält das Ergebnis Aufwendungen im Rahmen der Bewertung von langfristigen Garantie- und Serviceverpflichtungen sowie höhere Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Gegenläufig entstanden bei Daimler Trucks North America Erträge von 160 Mio. € aus der Anpassung von Gesundheitsfürsorge- und Pensionsleistungen. Zusätzlich wirkten geringere Aufwendungen im Rahmen der Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen (2010: 58 Mio. €; 2009: 241 Mio. €).

Mercedes-Benz Vans setzte 224.200 (i. V. 165.600) Einheiten ab. Der Umsatz übertraf mit 7,8 (i. V. 6,2) Mrd. € ebenfalls das Vorjahresniveau.

Das Geschäftsfeld verbuchte mit einem EBIT von 451 (i. V. 26) Mio. € eine deutliche Ergebnisverbesserung. Die Umsatzrendite lag mit 5,8% über dem Vorjahreswert von 0,4%.

Die positive Ergebnisentwicklung resultierte im Wesentlichen aus dem höheren Fahrzeugabsatz insbesondere in Westeuropa, in den USA und in China sowie aus einer besseren Preisdurchsetzung. Ergebnisbelastungen aus Wechselkurseffekten konnten durch nachhaltige Effizienzsteigerungen mehr als ausgeglichen werden. {mospagebreak}

Daimler Buses erzielte einen Absatz von 39.100 (i. V. 32.500) Komplettbussen und Fahrgestellen. Der Umsatz betrug 4,6 (i. V. 4,2) Mrd. €.

Das Geschäftsfeld konnte sein EBIT auf 215 (i. V. 183) Mio. € steigern und erzielte eine Umsatzrendite von 4,7% (i. V. 4,3%).

Diese Ergebnisverbesserung ist im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Auslieferungen von Fahrgestellen in Lateinamerika zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich ein geringerer Absatz von Komplettbussen in Westeuropa und Nordamerika aus.

Das weltweite Vertragsvolumen von Daimler Financial Services lag mit 63,7 Mrd. € um 9% über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkurseffekte gab es einen Anstieg um 3%. Das Neugeschäft stieg im Vergleich zum Vorjahr um 17% auf 29,3 Mrd. €. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Zuwachs bei 11%.

Das Geschäftsfeld konnte das Ergebnis ebenfalls deutlich auf
831 (i. V. 9) Mio. € steigern. Die erwirtschaftete Eigenkapitalrendite lag bei 16,1% (i. V. 0,2%).

Maßgeblich für den Ergebnisanstieg waren nach dem Krisenjahr 2009 geringere Aufwendungen für die Risikovorsorge sowie höhere Zinsmargen. Gegenläufig waren aufgrund der Neuausrichtung der Geschäftsaktivitäten in Deutschland Belastungen von 82 Mio. € zu verzeichnen. Ferner veräußerte das Geschäftsfeld nicht fahrzeugbezogene Vermögenswerte, die Gegenstand von Leasingvereinbarungen waren, woraus sich ein Aufwand von 9 (i. V. 100) Mio. € ergab.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Geschäftsfelder auf das EBIT des Konzerns berücksichtigt das anteilige Ergebnis der at-equity bewerteten Beteiligung an EADS, weitere dem Konzern zuzurechnende Posten sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern.

Der Anteil von Daimler am Ergebnis der EADS betrug -261 (i. V. 88) Mio. €. Der starke Rückgang des Ergebnisbeitrags ist überwiegend auf die bei der EADS im Konzernabschluss 2009 zusätzlich gebildeten Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M zurückzuführen (-237 Mio. €). Zusätzlich wirkten negative Wechselkurseffekte.

Die dem Konzern zuzurechnenden Posten führten zu einem Ertrag von 30 (i. V. Aufwand von 486) Mio. € und umfassen insbesondere einen Ertrag von 265 Mio. € aus dem Verkauf der 5,3%igen Beteiligung an Tata Motors sowie einen Ertrag vor Steuern von 218 Mio. € infolge eines im Oktober 2010 positiv beschiedenen Rechtsverfahrens gegen die Daimler AG. Ebenso enthalten sind Aufwendungen von insgesamt 125 Mio. € für den Jubiläumsbonus sowie 88 Mio. € für die Erhöhung des Stiftungskapitals der Daimler und Benz Stiftung sowie weitere im Jahr 2010 entstandene Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren.

Fotos (c) Redaktionsbüro Kebschull (2), Daimler AG (1)