MG 2426 Autonomes Fahren 150Vernetzte Fahrzeuge machen Mobilität effizienter, sicherer, komfortabler und intelligenter. Hierfür müssen die Fahrzeuge – ob auf der Straße, in der Luft oder in einer Fabrikhalle – untereinander und mit ihrer Umgebung schnell und zuverlässig Daten austauschen können.

6G-Projekt schafft neue Möglichkeiten

  • Projekt „6G-ICAS4Mobility“ erarbeitet wichtige Grundlagen für die nächste Mobilfunkgeneration
  • Öffentlich gefördertes Projekt „6G-ICAS4Mobility“ arbeitet an wichtigen Grundlagen für die nächste Mobilfunkgeneration.
  • Wichtiger Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands.
  • Engere Integration von Kommunikation und sensorbasierter Umfeld-Erkennung erhöht zukünftig die Verkehrssicherheit und steigert die Effizienz.

Dabei spielen verschiedene Sensoren wie Radare eine entscheidende Rolle. Mit Sensoren können Fahrzeuge „sehen“ und ihr Umfeld erkennen; sie helfen, um beispielsweise Kollisionen zu vermeiden. Insbesondere für den autonomen Betrieb von Fahrzeugen sind Sensoren unerlässlich. Bislang laufen Kommunikations- und Sensorsysteme in Fahrzeugen in der Regel unabhängig voneinander. Und das, obwohl sie beispielsweise bei der Signalverarbeitung oder der Systemarchitektur viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Ziel des Projektes „6G-ICAS4Mobility“ ist es, die bislang getrennt betriebenen Kommunikations- und Radarsysteme enger miteinander zu koppeln und in ein gemeinsames 6G-System zu integrieren. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren wichtige Grundlagen für den zukünftigen 6G-Standard entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der technologischen Souveränität Deutschlands und Europas leisten. Unter Leitung des Konsortialführers Bosch hat das Konsortium aus Hochschulen, Automobilzulieferern, Kommunikations- und Radarspezialisten sowie Drohnenanbietern die Forschungsarbeit aufgenommen.

Zukünftig werden die in Echtzeit fließenden Sensordaten verschiedener mobiler Endgeräte (etwa Fahrzeuge) über den 6G Mobilfunk koordiniert und kombiniert, um ein genaueres Abbild der Umgebung zu erstellen. Damit kann die Verkehrssicherheit erhöht und die Effizienz der Straßennutzung gesteigert werden. Gleichzeitig sollen Radarfunktionen auch direkt in zukünftige Kommunikationsmodule integriert werden, was zu Kosteneinsparungen und einer effizienteren Nutzung der knappen Funkressourcen führt.

Neben der Betrachtung von relevanten Szenarien für den Straßenverkehr sollen Erkenntnisse aus der Projektarbeit insbesondere auch als technische Grundlage für Anwendungen im Bereich vernetzter Drohnen sowie im Bereich Industrie 4.0 (zum Beispiel für fahrerlose Transportsysteme) dienen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert „6G-ICAS4Mobility“ mit rund zehn Millionen Euro und trägt damit 70 Prozent der Projektkosten.

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Direkter Datenaustausch als eine wichtige Grundlage

Die engere Kopplung und die Integration von Kommunikations- und Radarfunktionen (engl. Integrated Communication and Sensing, ICAS) wird bereits seit einigen Jahren insbesondere im akademischen Bereich intensiv diskutiert. Im Projekt soll nun die praktische Leistungsfähigkeit der Technologie nachgewiesen werden, um sie dann in den zukünftigen Mobilfunkstandard einbringen zu können.

„ICAS gilt als eine Schlüsseltechnologie für künftige 6G-Systeme und wird ganz neue Möglichkeiten eröffnen, die weit über das Potenzial aktuell genutzter Funktechnologien hinausgehen“, erklärt Andreas Müller, Initiator von 6G-ICAS4Mobility und Projektleiter für die 6G-Aktivitäten von Konsortialführer Bosch. „Durch eine gemeinsame Nutzung des Funkspektrums, der Hardware und der Signalverarbeitung können alle Systeme insgesamt wesentlich effizienter bei deutlich niedrigeren Kosten und geringerem Energieverbrauch realisiert werden“, so Müller.

Eine wichtige Rolle nimmt hierbei der sogenannte Sidelink ein, der eine direkte Kommunikation zwischen zwei Fahrzeugen ermöglicht. Der Clou: Sidelink ist unabhängig von der bestehenden Mobilfunkinfrastruktur nutzbar. Auf diese Weise ist zukünftig sicheres autonomes Fahren auch in Regionen mit schlechter Mobilfunkanbindung realisierbar.

Weltweit nimmt die 6G-Forschung an Fahrt auf. Allein die deutsche Bundesregierung fördert entsprechende Aktivitäten bis 2025 mit rund 700 Millionen Euro; im EU-Haushalt sind für den Zeitraum von 2021 bis 2027 nochmals etwa 900 Millionen Euro eingeplant. Analog gibt es riesige Investitionsprogramme auch in den anderen Weltregionen, allen voran den USA, Japan, Südkorea und China. Dies spiegelt unter anderem die geopolitische Bedeutung von 6G sowie den erwarteten Stellenwert bei der technologischen Souveränität wider. Experten gehen davon aus, dass der erste 6G-Standard etwa im Jahr 2028 fertiggestellt sein wird.

Die Projektteilnehmer im Überblick

  • Robert Bosch GmbH
  • Fraunhofer Heinrich Hertz Institut
  • IMST GmbH
  • NXP Semiconductors Germany GmbH
  • Universität Ulm
  • FAU Erlangen-Nürnberg
  • TU Kaiserslautern
  • TU Ilmenau
  • Missing Link Electronics GmbH
  • CiS GmbH
  • AeroDCS GmbH
  • Barkhausen Institut gGmbh
  • Hensold Sensors GmbH
  • Merantix Momentum (Merantix Labs GmbH)
  • Denso Automotive Deutschland GmbH

Kommentar

Der Ansatz ist „loblich“, denn er macht Sinn. Aber die Realität sieht leider anders aus. Wir haben in Emsbüren „meist“ flächendecken 4G, selten 5G. Die Industrie schafft es ja nicht einmal Verkehrsfunk-Informationen ist Auto zu bringen. Da kommt der Hinweis: Die A43 ist in Richtung Wuppertal gesperrt. Das Auto navigiert „brav“ zur Sperrung und will da auch auffahren…

Bei den Tesla Superchargern bekommen ich die Informationen, dass beispielsweise 12 Stalls vorhanden sind, 1 defekt (selten), 4 sind belegt. Aber gerade bei der Ladeinfrastruktur gibt es noch jede Menge Baustellen.

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Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

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