SNE17040 F1 2014 3 150Kann man mit einem Formel 1 Auto überhaupt auf deutschen Straßen fahren? Christian Maier, ehemaliger Motorsportler und KFZ Meister, hat es vorgemacht und fuhr den einzigen Formel 1-Rennwagen mit Straßenzulassung. Um die Zulassung zu bekommen, hat er den Wagen umgebaut. Das hat letztlich vier Jahre gedauert. Und viele Gutachten später, hat es dann auch geklappt. Aber wie straßentauglich ist bzw. war der Reynard 91F tatsächlich?

 

Das Projekt Autoumbau

  • Viele Gutachten später, hat der Formel 1-Wagen die Zulassung erhalten

All jene, die Christian Maier in seinem Formel 1-Rennauto gesehen haben, konnten kurz ihren Augen nicht träumen. Denn in der bayerischen Region war es alles andere als ungewöhnlich, wenn auf einmal neben typischen Autos, ein roter Flitzer auf der rechten Spur steht und abbiegen will. Christian Maier hat selbst gesagt, er sei immer wieder angestarrt worden. Und das natürlich zu Recht. Denn wer rechnet schon damit, dass auf einmal ein Formel 1-Bolide im bayerischen Straßenverkehr auftaucht?

Christian Maier, der KFZ Meister aus Grassau, hat das erste und einzige Formel 1-Auto mit Straßenzulassung. Der Wagen hat eine Steuermarke, eine TÜV-Plakette sowie ein Nummernschild. Und das Auto ist tatsächlich ein Rennwagen, der auch eine interessante Historie hat. Denn bis zum Jahr 1996 ist der Motorsportler Maier damit gefahren. Einer seiner Konkurrenten? Nick Heidfeld. Nachdem sich Maier dafür entschieden, dem Motorsport den Rücken zu kehren, eröffnete er eine Werkstatt. Die einzige Erinnerung an seine Zeit als Motorsportfahrer? Sein Rennauto. „Ein Interessant wollte das Auto kaufen. Es kam nicht zum Verkauf. Gescheitert ist das Geschäft an 300 D-Mark“.

Jahr für Jahr hing der Wagen an der Decke, wurde mit einer dicken Staubschicht überzogen und war sozusagen nur eine alte Erinnerung an andere Zeiten. Doch auf einmal war Maier klar: Der Wagen könnte noch gebraucht werden. „Wieso sollte man für so einen Wagen keine Straßenzulassung bekommen“, so Maier, der sich danach intensiv damit befasste, was notwendig sein müsse, damit der Wagen in Bayern auf die Straße dürfte. Von Seiten des TÜV wurde Maier gewarnt - es würde zu viel Geld kosten. Aber Maier machte sich an die Arbeit und hat dann das 130 PS Aggregat durch einen Turbomotor mit 204 PS ersetzt. Statt flügelloser Renner Frontflügel, kam der Heckflügel auf das Auto, der sodann auch gleich als Stoßfänger herangezogen wurde. Die Rückleuchten wurden ebenfalls montiert, so auch Scheinwerfer, die eingeklappt werden konnten. In dem Cockpit wurde dann die Handbremse eingebaut, ein Schalter für die Lichter und eine Hupe. Und es gab viele verschiedene Gutachten. Am Ende waren es tatsächlich die Formalitäten, die den Umbau besonders teuer gemacht haben.

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Keine Angaben zu den Kosten: Maier hält sich bedeckt

Auch wenn Maier nie verraten hat, wie teuer der Umbau letztlich war, so hat seine Ehefrau angedeutet, dass er hier durchaus ein kleines Vermögen investiert hat. Der Umbau, der vier Jahre in Anspruch genommen hat, machte Maier jedoch Spaß und hat bewiesen, dass es doch möglich ist, einen Formel 1-Wagen straßentauglich werden zu lassen. Wobei Maier zugegeben hat, dass die ersten Fahrten alles andere als lustig waren. „Immer wieder ist etwas davongeflogen“ - denn es sind in der Regel Leuchtbauteile, die montiert wurden. „Wenn dann alles gehalten hat, dann hat die Polizei den Wagen angehalten“, so Maier.

Wie schnell der Wagen geht? Laut Maier sind es 250 km/h, die der Wagen, der ein Gewicht von gerade einmal 525 Kilogramm hat, schafft.

Maier ist zufrieden

Ob der Umbau sich gelohnt hat? Für Maier ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Und da er selbst gewusst hat, wie der Umbau vonstattengehen soll, hat er vor allem bei der Arbeitszeit Geld gespart - wäre die Arbeitszeit noch dazugekommen, so wäre wohl der Umbau finanziell nicht zu stemmen gewesen.

Schon alleine die Blicke, wenn Maier den Wagen ausfährt, freut ihn, dass er das Projekt durchgezogen hat.

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Foto © 2014 Mercedes Motorsport (1)

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