IMG 0807 Siya 150Wenn jemand das Gefühl hat, nicht mehr gut zu sehen, macht er einen Sehtest. Generell sogar vielleicht einmal im Jahr. Aber wie ist es mit dem Hören? Haben Sie schon einmal einen Hörtest gemacht? Wir stellen eine neue Hörgeräte-Generation in vier Teilen vor. Teil 2 das Oticon Get.

 

Brauche ich ein Hörgerät?

Oticon Get 350Leider gibt es heute immer noch die Meinung: Hörgeräte sind was für „alte Leute“. Aber schon ab 40 Jahren kann es passieren, dass die Hörleistung deutlich abnimmt – oder auch schon früher. Es gibt ja auch Kinder, die ein Hörgerät benötigen. Der Verlust ist oftmals ein schleichender Prozess: wie beim schlechteren Sehen oder schlechteren Hören passiert es tagtäglich, dass es etwas nachlässt. Auffallend ist es häufig, dass Sie abends ständig den Fernseher lauter machen müssen -- dann sollten Sie mal unverbindlich zu Hörakustiker gehen. Ein Hörtest geht schnell und „tut nicht weh“.

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"Kassengeräte" sind gut

Früher waren die sogenannten Kassengeräte, also Hörgeräte bei dem man nichts oder kaum etwas zu zahlen muss, relativ unförmig und nicht gerade elegant. Aber heute sind die preiswerten Geräte so leistungsstark wie vor noch etwa zehn Jahre die Hightech-Geräte. Daher lohnt es sich auch für Menschen, die bereits ein Hörgerät nutzen, wieder beim Akustiker vorstellig zu werden. In den meisten Fällen (einfach die Krankenkasse fragen) hat man alle 6 Jahre Anspruch auf ein neues Hörgerät. Vielleicht kann der Hörgeräteträger ein kostenloses Upgrade machen oder ein wesentlich leistungsstärkeres Gerät „zum Nulltarif bekommen“.

Lonnemann 215Mariele Lonnemann, Augenoptikmeisterin, Akustikerin: "Vor einigen Jahren haben die Hersteller jedes Jahr neue Hörgeräte vorgestellt. Dieser Zeitraum hat sich jetzt sogar halbiert. Natürlich benötigt man nicht jedes Jahr ein neues Hörgerät. Aber wenn das Gerät fünf oder sechs Jahre alt ist, lohnt es sich, ein neues Gerät unverbindlich und kostenlos zu testen."

Oticon Get

Für unseren Test haben wir drei unterschiedliche Hörgeräte ausgewählt. Wir starten mit dem relativ preiswerten Gerät Oticon Get. Im Vergleich dazu: mein „altes“ Hörgerät Oticon Agil hatte vier Programme. Die Verstärkung wird über Mini-Lautsprecher in das Ohr geleitet. Jetzt die Überraschung: das preiswerte Gerät hat auch schon vier Programme. Der einzige Unterschied: anstatt Mini-Lautsprecher wird der Schall über einen dünnen Schlauch und einem Fixierschirm in das Ohr geleitet.

Der Hersteller:
  • Störgeräusche in lauten Umgebungen werden unterdrückt. So fallen Ihnen Unterhaltungen wieder leichter.
  • Verschiedene Programme (z. B. für Musik oder zum Telefonieren) sind wählbar und über einen Kippschalter leicht bedienbar.
  • Lästiges Rückkopplungspfeifen wird automatisch unterdrückt.
  • Die Oberfläche der Geräte ist wasser- und schmutzabweisend und somit leicht zu pflegen.

Im Test

Como h 250Über die Wippen kann man über den Multifunktionstaster (2 Sekunden drücken) einen Programmwechsel durchführen. Ich habe mir wie beim „alten“ Hörgerät vier Programme einstellen lassen:

  • 1: Normal, Universal
  • 2: Interview, Geräusche von den Seiten und von hinten werden unterdrückt
  • 3: Leise, sinnvoll im Zug oder wenn die Geräuschkulisse extrem laut ist
  • 4: Laut, wenn eine starke Verstärkung gewünscht wird

Durch kurzes Tippen auf die Wippe (1 Sekunde) kann die Lautstärkeregelung für jedes Programm noch individuell angepasst werden. Wenn man länger als drei Sekunden den Taster drückt, wird das Hörgerät ausgeschaltet -- das ist praktisch. So kann man beispielsweise im Zug oder Flugzeug das Hörgerät ausschalten, ohne es abnehmen zu müssen.

Ein kleiner Nachteil: da die Hörgeräte (rechts / links) nicht miteinander gekoppelt sind, muss beim Programmwechsel, jedes Hörgerät separat umgestellt werden. Die Batterie Typ 13 hat bei mir über eine Woche „durchgehalten“ und soll etwa 260 Stunden halten. Da man die Geräte in der Nacht ausschaltet, könnte man die Batterie etwa zwei Wochen lang einsetzen. Ein Batteriewechsel ist in wenigen Sekunden erledigt. Sechs Hörgeräte Batterien kosten etwa 1 bis 5 Euro pro Packung. Ein weiterer Tipp: Batterien müssen nicht unbedingt teuer = gut sein – es gibt auch günstige Angebote bei sogenannten Non-Food-Discountern.

Klangerlebnis

Meine neuen Hörgeräte wurden deutlich heller abgestimmt, da ich vor allem Probleme habe, die hohen Frequenzen zu hören. Mit dem Nebeneffekt, dass man sich an dieses neue Klangerlebnis erst einmal wieder gewöhnen muss. Aber als Autotester höre ich plötzlich wieder Geräusche, die mir vorher verborgen geblieben wären. Unser derzeitiges Testfahrzeug (Porsche Cayman GT4) macht beispielsweise bei 100 km/h mit Tempomat zwei unterschiedliche Töne. Auch kann ich besser den Unterschied hören, wenn der Klappenauspuff geöffnet oder geschlossen ist.

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Fazit

opn S 250Ich bin sehr begeistert von diesem preiswerten und leistungsfähigen Hörgerät. Das Gerät ist klein und formschön. Die durchsichtigen Schläuche gehen „unsichtbar“ ins Ohr. Da muss einer schon genau hinsehen, um zu erkennen, dass es ein Hörgerät ist.

Gespannt sind wir auf die nächste Leistungsstufe: Oticon Siya. Ein großer Vorteil ist: Es werden kleine Mini-Lautsprecher benutzt. Anstatt eines Schlauchs wird ein unsichtbares dünnes Kabel eingesetzt. Eine weitere Nützlichkeit: Das Hörgerät kann mit einem Smartphone gekoppelt werden. So hat man seine „Freisprechanlage“ ständig dabei. Weiter Informationen im nächsten Teil und unter oticon.de.

BEMERKUNG:
Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um kommerzielle Werbung.
Der Verfasser bekommt weder ein Honorar, noch Vergünstigungen jeglicher Art.

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Fotos © 2019 Oticon, Redaktionsbüro Kebschull, Firma Lonnemann (1)

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