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Formel 1: Rückblick


Formel 1 2007 – Versuch eines Rückblicks

Von Björn Stahlhut

Björn StahlhutWas war das für eine Saison?, fragte ich mich einigermaßen ungläubig, als die Saison 2007 auf dem Autodromo José Carlos Pace die letzte schwarz-weiß-karierte Flagge gezeigt bekam. Da lag plötzlich ein rotes Auto aus Maranello mit einem finnischen Fahrer im Cockpit um einen Zähler vor den hoch favorisierten Silberpfeilen mit den Startnummern 1 und 2.

Was am 18. März in Down Under mit einem Sieg eben dieses Finnen begonnen hatte, wurde eine Saison, wie man sie sich spannender und brisanter nicht hätte ausdenken können. Noch im Juli hatte Kimi Räikkönnen 26 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton, das Pendel schien zugunsten des 22-jährigen Rookies auszuschlagen, der McLaren-Mercedes war in Punkto Zuverlässigkeit eine Bank.

Hätte Ferrari in diesem Kapitel auch nur annähernd so gut wie das britisch-deutsche Team gearbeitet, Räikkönen wäre schon vor dem Brasilien-Rennen Weltmeister gewesen. Denn wenn das Auto hielt, war der „Iceman“ zumeist nicht zu besiegen.

Aber wir haben 17 packende Rennen erlebt, die uns sogar den Verlust unseres siebenfachen Weltmeisters vergessen ließen. Rot gegen Silber, Silber gegen Rot, das war das eigentliche Thema dieser Saison. 100 Millionen Dollar Strafe gegen Silber wegen Industriespionage bei Rot und eine „Spritaffäre“ inklusive.

Da sollen nun BMW und Williams Rennbenzin verwendet haben, das zwischen drei und vier Grad zu kalt war, worin McLaren-Mercedes prompt einen Grund sah, bei der FIA offiziell Protest einzulegen. Als geneigter Zuschauer fragt man sich allerdings, wo die Silbernen eigentlich den Streitwert sehen und warum sie nicht das Ergebnis des Grand Prix von Brasilien angefochten haben, wohl aber eine grundsätzliche Klärung zu dieser Frage herbeiführen wollen.

Nur zur Erinnerung: Ein Herunterkühlen des Rennbenzins um 1 Grad Celsius steigert die Motorleistung um gerade 0,2 PS.

Aber auch Abseits des schillernden rot-silbernen Duells hatte die 2007er Saison eine Menge zu bieten. So etablierte sich BMW-Sauber als dritte Kraft im Formel 1-Zirkus und auch Williams scheint nach jahrelanger Durststrecke mit seinem Youngster Nico Rosberg wieder Anschluss an die Großen im Feld gefunden zu haben.

Überhaupt zeigte Nico Rosberg der Konkurrenz, was man aus einem eigentlich unterlegenen Auto herausholen kann, wenn man nur vollen Einsatz bringt. Für andere Deutsche, in finanziell weit bessergestellten Teams, hätte das durchaus Antrieb sein müssen.

Unvergessen ist aber das Statement von Schumi II gegenüber einem Fernsehsender: „Herr Schumacher, hätten Sie nicht schneller können?“ Schumi: „Ja, aber ich musste ja beim Auto bleiben!“

Für mich waren Toyota, Honda und zumeist auch Renault die Enttäuschungen des Jahres 2007. Teams, die mit einem Konzern im Rücken schon per se um die ersten Plätze fahren müssten und über enorme Etats verfügen, können nicht zufrieden sein, wenn man gemeinsam nur 70 Punkte einfährt. 

Erfrischt hat mich in der abgelaufenen Saison Sebastian Vettel in seinem Boliden der Scuderia Torro Rosso, der den Verantwortlichen bei Red Bull sicher mehr als einmal die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben wird, ob der Performance des Junior-Teams.

Noch steht eine Episode aus. Mitte November wird die endgültige Entscheidung über die Fahrerweltmeisterschaft 2007 fallen und danach wird sich in vielerlei Hinsicht der Nebel lichten. Vor allem was die Fahrerpaarungen für die Saison 2008 betrifft.

Ich bin überzeugt, wenn die Würfel gefallen sind, werden wir alle, die wie wir Benzin und Rennsport im Blut haben, dem nächsten Frühjahr, dem Start der neuen Saison, entgegenfiebern.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 27. Januar 2016 06:45

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