Neu im A6 ist der Spurwechselassistent Audi side assist, der seine Arbeit ab 30 km/h Geschwindigkeit aufnimmt. Zwei Radarsensoren unter dem hinteren Stoßfänger, die auf der Frequenz 24 Gigahertz arbeiten, beobachten die benachbarten Fahrspuren hinter dem A6 auf eine Distanz von 50 Metern. Ein schneller Rechner wertet ihre Daten aus und interpretiert sie.

Wenn sich ein anderes Fahrzeug im kritischen Bereich bewegt, leuchtet eine gelbe LED-Anzeige im Gehäuse des Außenspiegels auf. Sie ist „unterschwellig“ ausgelegt – der Fahrer sieht sie nur beim direkten Blick in den Spiegel; solange er nach vorne schaut, fällt sie ihm nicht auf. Falls der Fahrer jetzt trotz der Warnung den Blinker zum Spurwechsel setzt, werden die LEDs heller und blinken mit hoher Frequenz. Dieser Impuls ist kaum noch zu übersehen, weil das menschliche Auge im peripheren Sichtbereich extrem empfindlich für Kontrastwechsel ist.

Die Anzeigeoptik an der Innenseite der Spiegelgehäuse ist so gerichtet, dass sie praktisch nur vom Fahrer gesehen werden kann. Für den nachfolgenden Verkehr darf sie nicht, für den Beifahrer soll sie nicht sichtbar sein. Die Helligkeit der Anzeige folgt dem Umgebungslicht und kann zudem über das Bedienterminal MMI geregelt werden. Über eine Taste in der Nähe des Außenspiegels lässt sich das System abschalten.

Hightech aus der Luxusklasse: Die adaptive cruise control

Ein weiteres Assistenzsystem aus der Luxusklasse ist die radargestützte automatische Abstandsregelung. Die adaptive cruise control (ACC) regelt das Tempo und den Abstand zum Vordermann in einem breiten Geschwindigkeitsfenster von 30 bis 200 km/h; dabei bremst sie innerhalb gewisser Grenzen selbsttätig.

Der Radarsensor im Bug des A6 integriert vier Sende- und Empfangseinheiten. Sie schicken im Takt von 100 Millisekunden Wellen auf der Frequenz 76,5 Gigahertz aus, die ein Feld von 180 Meter Länge und acht Grad Öffnungswinkel bestreichen. Die Signale fließen zu einem Rechner, der binnen Millisekunden Kontakt mit den Steuergeräten für den Motor, das Automatik­getriebe und das Stabilisierungssystem ESP aufnehmen kann.

Der Rechner analysiert permanent die Differenzen zwischen den aufeinander folgenden Messungen. Dadurch erkennt er, wie groß der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ist und wie er sich ändert. Durch den Abgleich der Signale in den vier Einzelantennen erfasst er auch den Winkel des Vordermanns zur eigenen Fahrtrichtung.

Die ACC erlaubt dem Fahrer die Wahl zwischen verschiedenen Programmen. Der Zeitabstand zum Vorausfahrenden lässt sich in vier Schritten, die Dynamik der Regelung in drei Stufen festlegen. Durch Gasgeben und Bremsen passt die ACC das Tempo und die Distanz an, wobei der Komfort im Vordergrund steht. Die maximale Verzögerung ist auf 3 m/s2 ab 50 km/h begrenzt – knapp ein Drittel des Möglichen, subjektiv wie eine Pedalbremsung mit mittlerer Kraft.

In gewissen Situationen kann es jedoch möglich sein, dass diese automatische Bremsung nicht mehr ausreicht – wenn der Vordermann beispielsweise jäh bremst. In diesem Fall wird eine integrierte Teilfunktion der ACC aktiv: Der Audi braking guard warnt den Fahrer in zwei Stufen. Die erste Stufe nutzt akustische und visuelle Signale: Ein Gong ertönt, im Kombiinstrument leuchtet ein rotes Signal auf. Gleichzeitig sorgt das ESP dafür, dass die Bremsanlage mit Hydraulik­flüssigkeit vorgefüllt wird. Falls der Fahrer noch immer untätig bleibt, folgt die zweite Stufe, die so genannte Akutwarnung. Sie wird dann gezündet, wenn nur noch eine unmittelbare Fahrerreaktion – meist eine Vollbremsung – die Situation entschärfen kann.

Bei der Akutwarnung handelt es sich um einen Warnruck – er wird über einen schnellen Druckaufbau im Bremssystem erzeugt und dauert lediglich 0,5 Sekunden. Er verlangsamt den Audi A6 nur um maximal 5 km/h, damit nicht etwa ein nachfolgender Fahrer auffährt. Wenn der Fahrer jetzt auf die Bremse tritt, wandelt der hydraulische Bremsassistent diesen Tritt in eine Vollbremsung um. Die Vorfüllung, die das ESP veranlasst hat, spart 0,1 bis 0,2 Sekunden Zeit – bei 130 km/h können das über sieben Meter Weg sein.

Der Audi braking guard steht auch dann auf Posten, wenn der Fahrer das ACC deaktiviert hat. Umgekehrt lassen sich die Vorwarnung und die ganze Funktion separat abschalten.

Der Audi lane assist: Immer in der Spur bleiben

Im A6 steht ein drittes Assistenzsystem aus der Luxusklasse zur Wahl – der Audi lane assist. Er warnt den Fahrer ab etwa 65 km/h Geschwindigkeit vor dem unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur. Eine kleine Schwarz-Weiß-Kamera, die oben an der Windschutzscheibe sitzt, beobachtet die Straße vor dem Auto auf 60 Meter Entfernung und mit etwa 40 Grad Winkel. Ein Rechner, der im selben Gehäuse untergebracht ist, erkennt die Begrenzungslinien und setzt das eigene Fahrzeug in Bezug zu ihnen.

Wenn der Fahrer auf eine Linie zufährt, ohne zu blinken, warnt ihn der Audi lane assist durch eine Vibration im Lenkrad; ihrer Intensität lässt sich in drei Stufen konfigurieren. Der Zeitpunkt, zu dem sie erfolgt, ist ebenfalls frei wählbar – vor dem Berühren der Linie durch das Rad, erst beim Überfahren oder nach flexibler Einschätzung des Systems. Eine Anzeige weist darauf hin, wenn der Audi lane assist nicht warnbereit ist, weil etwa die Linien zu schlecht erkennbar sind.

Einparken leicht gemacht: Die APS-Systeme

Für spielend leichtes Einparken führt Audi drei Parkassistenzsysteme im Programm. Bekannt und bewährt ist das Audi parking system APS, das den Abstand nach hinten akustisch signalisiert. Bei der zweiten Version APS plus kommen optische Anzeigen nach vorne und hinten dazu. Die Hightech-Lösung ist das Audi parking system advanced, das eine Rückfahr-Kamera integriert. Die extrem lichtempfindliche Kamera ist in der Heckklappe montiert. Sie bildet mit ihrem 130 Grad weiten Erfassungswinkel einen breiten Bereich hinter dem Fahrzeug ab und zeigt auch dessen Anhängekupplung. Ihre Bilder werden mit entzerrter Optik auf dem Monitor des MMI-Bediensystems eingespielt.

Das System weist dem Fahrer mit verschiedenen Hilfslinien und -feldern den Weg. Neben dem Echtbild-Modus bietet APS advanced auch die klassischen Funktionen der optischen und akustischen Einparkhilfe, unterstützt durch Ultraschall-Sensorik.{mospagebreak}

Die Multimediasysteme

Auch auf dem Technikfeld Multimedia treibt Audi den Fortschritt mit Macht voran – von der Spitze aus. Die Marke mit den Vier Ringen hat ihr überlegenes Bedien-, Kommunikations- und Entertainmentsystem MMI (Multi Media Interface) grundlegend überarbeitet, es setzt die Standards in der Business Class neu. Je nach Kundenwunsch findet es sich in verschiedenen Ausbaustufen an Bord des A6.

Serienmäßig bringt der A6 das MMI Radio mit einem farbigen 6,5-Zoll-Display, einem Radio und einem CD-Spieler mit; ein MP3-fähiger Wechsler ist optional erhältlich. Für die Musikwiedergabe sorgt ein Vierkanal-Soundsystem mit acht Lautsprechern. Das Basissystem bietet bereits – dank Antennen-Diversity – einen hervorragenden Radioempfang sowie eine Geschwindigkeits-abhängige Lautstärkeregelung.

Diese serienmäßige Lösung lässt sich in zwei Stufen ausbauen – zum MMI Radio plus und zur Vollversion MMI Navigation plus. Auf beiden Ebenen kommt ein Feuerwerk an Hightech-Features ins Spiel, das die bisherigen Maßstäbe in der Klasse sprengt. Die grundlegende Bedienung, die durch ihre intuitive Verständlichkeit besticht, ist gleich geblieben; beim MMI Navigationssystem plus wird sie um einen neuen Joystick am Bedienteil ergänzt. Er sitzt als Kappe auf dem zentralen Bedienknopf und lässt sich in acht Richtungen schieben – mit höchster Präzision und feinster Haptik, wie bei Audi gewohnt.

Neben dem Bedienterminal ist der Monitor die zweite wichtige Schnittstelle. Beim MMI Navigationssystem Plus handelt es sich um ein farbiges TFT-Display mit sieben Zoll Diagonale. Mit einer extrem hohen Auflösung von 800 x 480 Bildpunkten und einer LED-Hintergrundbeleuchtung ist er extrem scharf und kontrastreich – auch bei schwierigen Lichtverhältnissen leuchten die Farben satt vor einem schwarzen Hintergrund.

Wie bisher vollzieht sich der Wechsel zwischen den einzelnen Darstellungen mit eleganten Überblendungen. Wenn der Fahrer die Klimaautomatik bedient, erscheinen die neuen Einstellungen für einige Sekunden in einem kleinen Ausschnitt. Dieses Pop-up-Fenster beansprucht nur wenig Platz und gibt dem Benutzer die Möglichkeit den MMI Inhalt durchgehend zu sehen.

Spektakuläre Bilder: Die Kartendarstellung

Das große Display dient als Bühne für eine weitere attraktive Innovation – die Kartendarstellung der Navigation. Hier kann man zwischen der gewohnten zweidimensionalen Ansicht und einer neuen 3D-Sicht wählen. Dort erscheint die Umgebung aus der Vogelperspektive – mit größter Liebe zum Detail. Wie in einem Atlas sind die verschiedenen Höhenniveaus unterschiedlich eingefärbt, die wichtigsten Bauwerke großer Städte sind dreidimensional gezeichnet.

Im Bereich Navigation hat Audi viele Funktionen weiter ausgebaut. Zu ihnen gehört eine zusätzlich eingeblendete Detailkarte für Kreuzungen, bei der kleine Zusatzpfeile die richtige Spur, als Fahrempfehlung, anzeigen. Wann immer sinnvoll, präsentiert das Navigationssystem zudem drei Fahrstrecken zur Auswahl, darunter eine besonders verbrauchsgünstige.

Wenn der Fahrer sein Ziel mit der Sprachbedienung eingeben will, braucht er es nicht mehr zu buchstabieren. Das neue System versteht, ohne vorheriges Anlernen, ganze Wörter in zahlreichen Sprachen. Das Gleiche gilt beim MMI Navigationssystem plus auf Wunsch für das extrem leistungsfähige Adressbuch des Telefons, das bis zu 5.000 Einträge mit jeweils fünf Nummern speichern kann.

In einem Studio werden einzelne Lautpaare, so genannte Diphone, aufgenommen und als Datensätze in einem Teilspeicher des Systems abgelegt. Eine schnelle Software erkennt sie in den Kommandos des Fahrers, setzt sie zusammen und gleicht die kompletten Wörter mit den Begriffen im Verzeichnis ab. Auf dem umgekehrten Weg entstehen die akustischen Hinweise der Zielführung aus synthetischer Sprache, diese klingen flüssig und natürlich. Der Fahrer kann zwischen einem detaillierten und einem kompakten Ansagemodus wählen.

Musik und Unterhaltung: Das DVD-Laufwerk

Auch auf dem Feld Entertainment spielen das neue MMI Radio plus und das MMI Navigation plus mit einer faszinierenden Performance auf. Beide Anlagen integrieren ein Laufwerk für Navigations-, Audio- und Video-DVDs – bei seiner Bedienung erweist sich die neue Joystick-Funktion für den Bedienknopf als besonders praktisch.

Das Laufwerk kann DVDs im Mehrkanal-Sound 5.1 in Dolby Digital und weiteren gängigen Formaten abspielen; das Bild ist aus Sicherheitsgründen und aufgrund gesetzlicher Anforderungen nur im Stand zu sehen. Darüber hinaus gibt die Anlage Musik von CDs und SD-Karten wieder, auch in den Codierungen MP3, AAC und WMA. Ein Sechskanal-Soundsystem verteilt die Signale auf zehn Lautsprecher. Beim Radioempfang verrichtet ein Doppeltuner die Arbeit. Der eine Tuner empfängt die Musik, der zweite sucht permanent nach alternativen Empfangsfrequenzen; die Umschaltung erfolgt ohne wahrnehmbare Unterbrechung.

Optionale Technik-Bausteine machen das MMI noch attraktiver. Das Audi Music Interface bindet externe mp3-Player, wie beispielsweise den iPod des Kunden, perfekt ein. Die kompletten Menü-Strukturen und -Inhalte erscheinen auf dem MMI-Display, die Bedienung erfolgt per MMI oder Multifunktionslenkrad. Über eine Buchse im Handschuhfach und via Adapter lassen sich zudem viele Player mit USB-Schnittstellen sowie analoge Audio- und Videogeräte anschließen. Ein weiteres Highlight ist der neue Doppeltuner für digitalen Radioempfang DAB (Digital Audio Broadcasting) – seine Signale sind dem analogen Standard qualitativ klar überlegen. Der Vorteil des Doppeltuners für DAB ist eine ständige Aktualisierung der Senderliste im Hintergrund.

Der modulare Aufbau der beiden großen MMI-Versionen erlaubt auch die Integration eines CD-Wechslers. Für den guten Ton steht ein Surround-System von Bose zur Wahl; es arbeitet mit einem Achtkanal-Verstärker und 13 Lautsprechern.

Auf Wunsch wird auch das Telefonieren höchst komfortabel. Das System integriert über einen Bluetooth-Chip das Handy des Kunden, sofern es das SIM-Access-Profil unterstützt. Wenn der Zündschlüssel eingesteckt wird, tritt das MMI-Autotelefon in Aktion. Es entleiht sich die Daten von der SIM-Karte und vom Handy-Speicher und schaltet danach das Handy in einen Standby Modus. Der Betrieb über die Fahrzeugantenne stellt optimale Empfangsqualität sicher. Ein Sprachprozessor sorgt für beste Freisprechqualität; die Sprachausgabe erfolgt über die Soundanlage.

Im Hintergrund: Geballtes Hightech

Hinter der faszinierenden Fülle an Funktionen, die das neue System bietet, steckt geballtes Hightech. Der zentrale Rechner in der Mittelkonsole, die „Main Unit“, integriert sämtliche Funktionen, die bislang auf fünf separate Geräte verteilt waren, darunter das DVD-Laufwerk. Eines ihrer Herzstücke ist eine Festplatte. Man kann 10 ihrer 40 GB Speicherkapazität als Jukebox nutzen und bis zu 4000 Musiktitel, perfekt sortiert, auf ihr ablegen. Zudem enthält die Festplatte die Navigationsdaten und ein elektronisches Bordbuch.

Zwei Prozessoren – ein 800 MHz-Chip und ein 500 MHz-Digitalsignalprozessor – sorgen dafür, dass alle Anwendungen wie Navigation, Sprachbedienung, Telefon und Audio simultan ablaufen können, obwohl sie hohe Rechenleistung benötigen. Mit dem 3D-Grafikprozessor des kalifornischen Marktführers Nvidia erschließt das MMI Navigationssystem plus die dritte Dimension – seine Auflösungs- und Darstellungsqualität setzt neue Maßstäbe.

Ein zweiter Block, die „Radio Unit“, fasst die Funktionen von Tuner und Soundsystem zusammen. Eine zentrale Schnittstelle verbindet beide Einheiten mit dem restlichen Fahrzeugnetzwerk. Alle Komponenten wurden nach strengen Spezifikationen aus Ingolstadt entwickelt. Die Qualitätsmaßstäbe von Audi sind so kompromisslos wie immer, denn der Einsatz im Auto bringt für die Elektronik hohen Stress in puncto Temperaturen und Erschütterungen mit sich.